Metropolregion

Zuwanderung Rhein-Neckar-Kreis unterstützt Geflüchtete bei Berufsfindung / Konzept soll weiter ausgearbeitet werden

Arbeitsmarkt – Schlüssel zur Integration

Rhein-Neckar.Auch wenn in den vergangenen Jahren immer weniger Geflüchtete in den Rhein-Neckar-Kreis gekommen sind, ist die Integrationsarbeit nicht zum Erliegen gekommen. Im Gegenteil: Seit das Integrationskonzept im Sommer 2018 einstimmig verabschiedet wurde, bemühen sich Ehrenamtliche und die Stabstelle Integration darum, dass Flüchtlinge und Neuzugewanderte gesellschaftlich, sprachlich und auch räumlich im Landkreis ankommen. „Es ist zwar nicht immer alles optimal gelaufen, aber wir haben uns als Verwaltung der Herausforderung gestellt“, sagte der Erste Landesbeamte Joachim Bauer, bei der Programmvorstellung der zweiten Integrationskonferenz, die am 21. Oktober in Lobbach stattfinden wird. Nun müsse die Arbeitsmarktintegration – eines von insgesamt sechs Handlungsfeldern des Landratsamts – stärker angegangen werden.

Geflüchtete werden seit vergangenem Jahr in einer Lern-Praxis-Werkstatt in Weinheim an den deutschen Arbeitsmarkt herangeführt. „Es ist ein niederschwelliges Angebot“, erklärt Ehrenamtskoordinatorin Lisa Hörnig. „Wir holen die jungen Menschen quasi aus ihrer Unterkunft ab und helfen ihnen, eine Tagesstruktur zu bekommen.“ Die Teilnehmer können sich zum Beispiel in einer Näh- oder Fahrradwerkstatt handwerklich beschäftigen, die Sprache erlernen oder Computerkurse belegen – und damit auch ihre eigenen Fähigkeiten weiterentwickeln. Um sich später für eine Ausbildung oder eine Arbeitsstelle zu bewerben. Eine weitere Maßnahme, die umgesetzt wurde, sei die „Mobile Biografie (MoBio)“. Geflüchtete Menschen können persönliche Daten und Dokumente in eine App eingeben oder einscannen. „Ihr Aufenthaltsstatus, ihr Lebenslauf, ihr Familienstand – all diese Angaben können für Behörden, Ämter und mögliche Arbeitsstellen freigegeben werden.“ 1800 Personen hätten bereits ein Profil angelegt.

Bei der Veranstaltung „Fit for Work“ lernen Geflüchtete wiederum, was sie bei einem Bewerbungsgespräch anziehen oder auf welche Fragen sie sich vorbereiten müssen. Die nächste ist im Februar 2020 in Neckargemünd geplant.

„Das Integrationskonzept soll in keiner Schublade verschwinden, sondern kontinuierlich fortgeschrieben werden“, so Ordnungsamtsleiter Stefan Becker. „Die Zahl von Asylsuchenden geht zwar zurück. Aber wir wissen nicht, was in den nächsten Jahren auf uns zukommen wird.“ Umso wichtiger sei es, neue Impulse – vor allem im Hinblick auf Ausbildung und Arbeit – zu setzen.

Auch die zweite Integrationskonferenz steht unter diesem Motto. Bürgermeister, Abgeordnete des Wahlkreises Rhein-Neckar, kommunale Akteure, Ehrenamtliche, Integrationsbeauftragte und Geflüchtete werden rund um das Thema „Berufliches Ankommen“ diskutieren. Die Ergebnisse werden dann im Integrationskonzept aufgegriffen. „So gewährleisten wir, dass unser Konzept ein Konzept von und für den Rhein-Neckar-Kreis ist“, so Hörnig.

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