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Soziales Die Initiative „Anpfiff ins Leben“ bringt ambitionierte Sportler und Unternehmenschefs zusammen / Beide Seiten profitieren

„Aufstiegshelfer“ erleichtern Sprung in Arbeitswelt

Rhein-Neckar.Hannes Morgenthaler will in die Nationalmannschaft und an der EM teilnehmen. Der 18-Jährige spielt Amputiertenfußball. Er hat seit seiner Geburt eine Fehlbildung am Bein und trägt deswegen eine Prothese. Fußball spielt er trotzdem mit voller Energie beim Verein Anpfiff Hoffenheim.

Eine Amputiertenfußball-Profiliga gibt es in Deutschland noch nicht, darum ist auch ungewiss, ob Hannes Morgenthaler überhaupt die Möglichkeit hat, Profisportler zu werden. Er sieht es jedoch gelassen: „Ich habe mich mit der Frage des Berufswunsches noch nicht so auseinandergesetzt. Wenn sich die Möglichkeit ergibt, warum nicht, aber ich habe jetzt keinen expliziten Wunsch, dass ich sage, das muss unbedingt der Sport werden.“ An der Stelle kommt sein „Aufstiegshelfer“ Mathias Nagel von der AOK Rhein-Neckar Odenwald ins Spiel. In einem Praktikum hat der 18-Jährige einen Einblick in einige Bereiche des Versicherungsunternehmens bekommen. Er weiß nun: Ein klassischer Bürojob ist nicht sein Fall, aber im Bewegungszentrum der AOK zu arbeiten, kann er sich schon vorstellen.

Verein fördert Talente

Die beiden sind eines von insgesamt zehn Duos, die beim „Aufstiegshelfer“-Programm der Initiative „Anpfiff ins Leben“ zusammengebracht worden sind. Der Verein fördert Nachwuchssportler und schafft ihnen berufliche Perspektiven. „Sie sollen zu gestandenen Persönlichkeiten werden“, sagt der Vorsitzende Dietmar Pfähler.

Auch jetzt nach dem Praktikum bleiben Hannes Morgenthaler und Mathias Nagel weiterhin ein Duo: Es steht noch aus, dass der Jugendliche den Personalchef einen Tag lang bei seiner Arbeit begleitet. Und: Die beiden wollen Amputiertenfußball auch in Nagels Sportverein bringen. „Was die Jungs da körperlich und technisch leisten, mit den Krücken Fußball zu spielen, das ist beeindruckend“, sagt der Manager. Er habe auch viel von dem 18-Jährigen lernen können.

Die Unternehmen bekommen durch das Projekt die Möglichkeit, Nachwuchs zu gewinnen. Isabelle Zwingenberger leitet die Fortbildungsakademie der „m:con“ und ist angetan von ihrem Schützling Loris Hecht, der beim FC Speyer in der A-Jugend Fußball spielt und sich in einem Praktikum in die Veranstaltungsagentur einbringen konnte. „Ich wünsche ihm, dass er sich für den Job entscheidet, den er gerne und mit dem Herzen macht.“ Möglicherweise findet er diesen Job ja in der „m:con“.

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