Metropolregion

Richterin erkrankt

Babymord-Prozess in Frankenthal geplatzt

Archivartikel

Frankenthal.Der Babymord-Prozess in Frankenthal ist wegen einer längerfristigen Erkrankung der Vorsitzenden Richterin geplatzt. Dies haben die Anwälte der Prozessbeteiligten dieser Zeitung auf Nachfrage bestätigt. Nach Informationen dieser Zeitung fällt die Vorsitzende Richterin der Ersten Strafkammer am Frankenthaler Landgericht für längere Zeit aus, sodass ein geordnetes Verfahren mit einer geregelten Prozessterminierung nicht mehr gewährleistet werden kann. Üblicherweise muss regelmäßig binnen drei Wochen ein Verhandlungstermin stattfinden. Da dieses nicht mehr durch die bisherige Zusammensetzung der Kammer möglich ist, muss der Prozess komplett von vorne aufgerollt werden.

Der Neustart des Prozesses findet am 12. Dezember statt. Termine sind zunächst bis in den März 2018 festgelegt.

Die Akte des Babymord Prozesses geht jetzt zum Oberlandesgericht. Dieses muss entscheiden, ob die Dauer der Untersuchungshaft noch angemessen ist. So befindet sich der Angeklagte bereits seit eineinhalb Jahren (seit Pfingsten 2016) in Untersuchungshaft.

Der Prozess hatte am 10. November vor dem Landgericht Frankenthal begonnen. Angesetzt waren zunächst acht Verhandlungstage. Der 32-Jährige Industriereiniger soll unter dem Einfluss von Kokain seine knapp drei Monate alte Tochter in der Nacht zum 14. Mai 2016 vom Balkon des ersten Stocks eines Mehrfamilienhauses in Frankenthal geworfen haben. Zum Prozessauftakt hatte M. gestanden, sein Baby getötet zu haben. Außerdem soll der Mann seine damalige Lebensgefährtin, eine weitere Tochter und einen Bekannten, der sich in der Tatnacht in der Wohnung aufhielt, mit einem Messer verletzt haben. (sin/bjz/cba/dls)

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