Metropolregion

NS–Kunst Käufer widerspricht Klage der Bundesrepublik

Bad Dürkheimer will Nazi-Pferde von Metallhändler erworben haben

Archivartikel

Frankenthal.Im neuen Rechtsstreit um die 2015 in Bad Dürkheim beschlagnahmte NS-Kunst zeichnet sich ein zähes Ringen um die Eigentumsrechte ab. Der Unternehmer, der die Skulpturen nach dem Willen der Bundesrepublik herausgeben soll, hat beim Landgericht Frankenthal eine 36-seitige Klageerwiderung eingereicht. Er sehe sich als Eigentümer der Objekte und beantrage, die Klage des Bundes abzuweisen (wir berichteten), so ein Gerichtssprecher. Auch halte er die Forderungen für verjährt.

Laut Klageerwiderung hatte er die Werke – darunter die „Schreitenden Pferde“ – 1989, also vor der Wiedervereinigung, von einem Metallhändler in Oranienburg bei Berlin „zulässigerweise“ erworben. Zuvor habe ein sowjetischer Garnisonskommandeur die Stücke „zum Zwecke der Verschrottung“ an den Händler verkauft. Das hätten DDR-Funktionäre angewiesen - „gegen eine Spende für Erdbebenopfer in Armenien“.

Bundeseigentum nach 1990

Die Bundesrepublik ist laut Gericht der Ansicht, es sei nach den DDR-Vorschriften rechtlich nicht möglich gewesen, dass der Mann die Objekte erwirbt, da sie dort als Kulturgut gegolten hätten. Bei der Wiedervereinigung seien sie dann aber Bundeseigentum geworden. Der Bund könne nun bis Mittwoch, 12. August, auf die Erwiderung reagieren, dann werde – wenn es keine Einigung gebe – über eine Terminierung einer Verhandlung entschieden, so der Sprecher. Die Pferde sind unterdessen noch immer bei der Bundespolizei im südpfälzischen Bad Bergzabern, vier andere Werke hat laut Gericht der Mann aus Bad Dürkheim.

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