Metropolregion

BASF-Katastrophe: Verfahren eröffnet

Frankenthal/Ludwigshafen.Die dritte große Strafkammer des Landgerichts Frankenthal hat das Verfahren um die Explosion auf dem Gelände der BASF im Oktober 2016 eröffnet. Das teilte das Landgericht am Donnerstag mit. 

Die Staatsanwaltschaft legt einem heute 63-jährigen Mann zur Last, die Explosion durch fahrlässiges Verhalten herbeigeführt zu haben. Der Angeklagte soll der Meldung zufolge als Mitglied eines Arbeitstrupps mit einem Trennschleifer eine gasführende Rohrleitung angeschnitten haben - obwohl er eigentlich an einer direkt daneben liegenden Leitung arbeiten sollte. 

Bei der Explosion kamen fünf Menschen ums Leben, 44 weitere wurden verletzt. Der Angeklagte selbst erlitt schwere Brandverletzungen und ist seitdem arbeitsunfähig.  Der Mann habe im Ermittlungsverfahren gesagt, dass er sich den Unfall nicht erklären kann, heißt es in der Gerichtsmeldung.

Den unmittelbaren Sachschaden des Unglücks schätzt die Staatsanwaltschaft auf zwei bis drei Millionen Euro, die Folgeschäden auf mindestens 500 Millionen Euro.

Die Anklage lautet auf fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung. Die Staatsanwaltschaft hat 42 Zeugen und zehn Sachverständige benannt. 

Die Termine der Hauptverhandlung sind noch nicht abschließend festgelegt.  Mitte Oktober hatte ein Justizmitarbeiter Februar 2019 als möglichen Termin für den Auftakt genannt. (akj/lsw) 

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