Metropolregion

Geothermie Landesamt für Geologie und Bergbau fordert Nachbesserungen an Erdwärmekraftwerk / Bürger sollen vor Start des Regelbetriebs informiert werden

Bei Tests in Landau läuft belastetes Wasser aus

Archivartikel

Landau.Die Serie von Zwischenfällen rund um das umstrittene Geothermie-Kraftwerk zur Gewinnung von Energie aus Erdwärme in Landau reißt nicht ab: Bei Testläufen ist nun aus einem Anlagenteil belastetes Thermalwasser ausgetreten. Die einst größte Anlage dieser Art in Deutschland war 2014 abgeschaltet worden, weil sich rund um das Gelände der Boden gehoben hatte und stellenweise tiefe Risse entstanden waren. Zudem stellten Experten im Landauer Grundwasser erhöhte Arsenwerte fest. Derzeit laufen Einzeltests mit dem Ziel, bald möglichst den Probebetrieb zu starten.

"Bei diesen Tests ist aus Thermalwasserdampf kondensiertes Wasser am korrodierten Separator ausgetreten", berichtet der Leiter des Landesamtes für Geologie und Bergbau in Mainz, Georg Wieber, im Gespräch mit dieser Zeitung. Das belastete Wasser aus der Tiefe sei - ähnlich wie bei einer Tankstelle - in einem Behälter aufgefangen und wieder in das Sammelbecken zurückgepumpt worden. Ein Schaden sei durch den Austritt nicht entstanden und auch für die Bevölkerung habe keine Gefahr bestanden. Gleichwohl sei der Zwischenfall unschön.

Der Mehrheitseigentümer Daldrup & Söhne hingegen vermeldet, dass die Sanierung der Geothermieanlage abgeschlossen sei. Im Rahmen des Probebetriebs gehe es nun ausschließlich um die Gesamtinbetriebnahme und die Synchronisierung des Kraftwerkes. "Wir gehen davon aus, dass wir diese Arbeiten im Rahmen des Testbetriebs zügig abschließen und im Anschluss in den Regelbetrieb übergehen können", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Nachweise stehen noch aus

In Landau sind die Korrosionsschäden nach Angaben von Wieber mittlerweile hilfsweise abgedichtet worden. "Vor der Inbetriebnahme des Kraftwerks ist aber eine dem Stand der Technik entsprechende Reparatur notwendig. Das muss der Betreiber mit Unterlagen nachweisen, die wir vor der Erteilung einer Genehmigung prüfen werden", so der Chef des Landesamtes. Eine Betriebsgenehmigung werde erst erteilt, wenn alle Auflagen erfüllt und alle Nachweise erbracht seien. Das Geothermiekraftwerk müsse deshalb eine Weile im Testbetrieb laufen, ohne dabei ans Netz zu gehen. "Denn um die Nachweise zu erbringen, müssen einzelne Teile der Anlage in Betrieb gehen. Eine Pumpe kann nur getestet werden, wenn sie auch läuft."

Man habe dem Unternehmen außerdem geraten, die Bürger besser über Tests zu informieren. Derzeit liefen Gespräche hinsichtlich eines Termins für eine Bürger-Informationsveranstaltung.

Der Landauer Stadtrat hatte sich bereits 2014 für die Stilllegung der Anlage ausgesprochen, die schon davor Schwierigkeiten gemacht hat. Sie hatte bereits 2009 leichte Erdbeben ausgelöst und durfte deshalb nicht mehr mit voller Kraft laufen.