Metropolregion

Betonrohre für Fuchs, Feldhamster & Co. – Land investiert 360.000 Euro

Mannheim.Drei Betonrohre für Kleintiere sind in den vergangenen Wochen zwischen den Mannheimer Stadtteilen Seckenheim und Hochstätt entstanden. Wie das Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe mitteilt, ist die 360.000 Euro teure ökologische Ausgleichsmaßnahme an der L 542 am Donnerstag fertiggestellt worden.

Immer mehr Siedlungsgebiete, Straßen und Bahngleise sind im vergangenen Jahrhundert zwischen Mannheim und Heidelberg entstanden – mit Folgen für die Tierwelt.  Der Lebensraum von Kleintieren wie Füchsen, Kaninchen, Kröten, Eidechsen und den vom Aussterben bedrohten Feldhamstern wurde so zusehends kleiner. Mit Maßnahmen wie den nun gebauten Kleintierdurchlässen wollen Land und Kommunen dem nun entgegenwirken, heißt es in der Pressemitteilung.

Projekt mit Pilotcharakter

Die drei Betonrohre sind zwischen 18 und 30 Metern lang und führen unter der L 542 durch – eines nördlich, zwei weitere südlich der A 656. Jedes Rohr enthält noch eine kleinere, gelochte Fluchtröhre für kleinere Tiere wie Feldhamster oder Reptilien, um diese vor Fressfeinden zu schützen. Leithilfen auf beiden Seiten der Straße sollen die Tiere gezielt zu den Durchlässen führen und so verhindern, dass sie die Straße queren. Die Rohre verbinden nun Flächen von insgesamt rund fünf Quadratkilometern.

In Sachen Bauart haben die Durchlässe laut RP Pilotcharakter – daher wurde das Projekt wissenschaftlich begleitet. Ähnliche Maßnahmen seien auch für die Autobahnen A 6 und A 656 geplant. Bei der im Bau befindlichen neuen L 597 zwischen Mannheim-Seckenheim und Ladenburg seien Lebensraum-Vernetzungen für Kleintiere von vornherein vorgesehen. (sos/pol)