Metropolregion

Natur Waldbesitzer sollen ihre Flächen gewissenhaft untersuchen / Befallenes Holz schlagen

Borkenkäfer fliegen bald aus

Archivartikel

Rhein-Neckar-Kreis.Das warme Wetter im April hat auch im Rhein-Neckar-Kreis die zahlreich vorhandenen „Überwinterungskäfer“ aktiv werden lassen. Deshalb bittet das Forstamt des Kreises alle Waldbesitzer noch einmal dringend, ihre Fichtenwälder regelmäßig und gewissenhaft zu kontrollieren. Borkenkäfer befallen nicht nur die Polter des aufgearbeiteten Holzes entlang der Waldwege, sondern auch die stehenden Fichten im Wald. Beim Einbohren in die Rinde entsteht braunes Bohrmehl, das in kleinen Häufchen auf den Stämmen gut zu erkennen ist. Bei noch stehenden Bäumen sei das Bohrmehl an den Rindenschuppen am Stammfuß sichtbar, so das Forstamt. Es sei erforderlich, Baum für Baum zu kontrollieren.

„Bis zum Ausflug der fertig entwickelten Käfer verbleiben uns lediglich kurze vier Wochen Zeit“, weiß Dieter Münch, Leiter des Kreisforstamtes. „Dabei ist jetzt die wichtigste Zeit im Jahr: Jeder Käfer, den wir jetzt erwischen, kann sich nicht vermehren.“ Weil die Entwicklungsphase der Käfer so schnell geht, sei es von zentraler Bedeutung, jetzt zu handeln. Aktuell befindet sich überall im Wald verstreut bruttaugliches Material in Form von abgebrochenen Wipfeln und umgestürzten Bäumen, das die erwachsenen Käfer anzieht. Nur wenn es gelinge, das Brutraumangebot konsequent zu reduzieren, könne die Gefahr für benachbarte Wälder begrenzt werden.

Sind befallene Bäume ausgemacht, sei sofortiges Eingreifen vonnöten: Das Holz müsse eingeschlagen und aus dem Wald gebracht werden. Als letztes Mittel sei der Einsatz eines zugelassenen Pflanzenschutzmittels möglich.