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Brandsätze an Halloween - Angeklagte gestehen vor Gericht

Archivartikel

Heidelberg/Walldorf.Im Prozess gegen drei Männer, die in Walldorf mehrere Brandsätze auf Gebäude geworfen haben sollen, zeigten sich die ersten drei Angeklagten, zwei 16 und ein 20 Jahre alter Mann überwiegend geständig.

Jeder habe seine Molotow-Cocktails selbst gebaut und dann geworfen, sagte ein 16-Jährige am Donnerstag vor dem Heidelberger Landgericht. Ihren Verteidigern zufolge wollten sich auch die anderen zwei Angeklagten zu den Vorwürfen äußern.

Die Anklage wirft den zwei 16 Jahre alten Männern und einem 20-Jährigen unter anderem versuchte Brandstiftung vor. Das Trio soll die Brandsätze an Halloween 2017 etwa auf eine Schule, einen Stromkasten, ein Museum und einen Pavillon geschleudert haben. Das Ziel, die Gebäude in Brand zu setzen, sei jedoch misslungen.

Die umfangreiche Liste der Tatvorwürfe reicht von versuchter schwerer Brandstiftung, Landfriedensbruch in besonders schwerem Fall, unerlaubtem Handel mit Betäubungsmitteln, Verstoß gegen das Waffengesetz, Hehlerei, Diebstahl und Beleidigung. „Das sind Straftaten, die man sonst Terroristen vorwirft. Diese Straftatbestände haben wir hier vor der Jugendkammer noch nicht gehabt“, verdeutlichte die Vorsitzende Richterin Gisela Kuhn die Bedeutung der Tatvorwürfe.

Der Staatsanwaltschaft zufolge soll das Motiv Rache an der Polizei gewesen sei. Die Beamten hätten in der Zeit vor Halloween vermehrt kontrolliert, weshalb gegen einige der Männer ermittelt worden sei. In der Nacht wurden demnach auch mindestens drei Brandsätze auf den Polizeiposten geschleudert. Insgesamt sind 17 Männer wegen der Taten an Halloween angeklagt.

In der kommenden Woche wird ein zweiter Prozess zur Walldorfer Brandnacht eröffnet, darunter auch gegen den mutmaßlichen Drahtzieher des Gewaltausbruchs. Die Verhandlung gegen die restlichen Angeklagten sind noch nicht terminiert, außerdem findet ein Verfahren vor dem Jugendrichter in Wiesloch statt.

Für das erste Verfahren sind drei Verhandlungstage veranschlagt. Es sollen 14 Zeugen gehört werden.

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