Metropolregion

„Auf der Au“ Nur 80 von 145 Parzelleneigentümern willigen in neue Pachtmodalitäten ein

Campingplatz droht das Aus

Waldsee.Die Aussichten für die Camper im Naherholungsgebiet „Auf der Au“ zwischen Waldsee und Altrip werden immer düsterer. „Es sieht nicht gut aus“, sagt Clemens Körner (CDU), Landrat des Rhein-Pfalz-Kreises, auf die aktuelle Entwicklung angesprochen. Der Fortbestand der Freizeitanlage über die Saison 2020/21 hinaus sei derzeit unsicherer denn je.

Hintergrund ist die geplante Verkleinerung des Areals, das die verantwortliche Naherholung in den Rheinauen GmbH – in deren Vorstand Körner als Landrat sitzt – zum Jahreswechsel 2016/17 auf den Weg gebracht hatte. Wegen mangelnder Belegung der 3600 Parzellen sollen mehr als die Hälfte der Fläche wegfallen und nur noch rund 1000 Stellplätze übrig bleiben. Dagegen formiert sich unter den Grundstückseigentümern Widerstand. Schließlich sollen diese nach den neuen Pachtmodalitäten deutlich weniger Geld bekommen als im bis 2021 laufenden Generalpachtvertrag festgeschrieben. Das betrifft insbesondere die Besitzer, deren Grund außerhalb des künftigen Campinggebiets liegt. Dort soll die Pacht bei einem Euro pro 100 Quadratmeter liegen, innerhalb des Areals bei drei Euro.

Zwei Fristen verstrichen

Ursprünglich hatten die 145 Eigentümer bis 30. Juni Zeit, in die neuen Modalitäten einzuwilligen. Seitdem sind zwei Fristen verstrichen und nur 80 Verträge unterschrieben bei der Kreisverwaltung eingegangen, wie eine Sprecherin mitteilt. „Das sind 48 von 72 Eigentümern, deren Grundstück im Campinggebiet liegt, und 32 von 73 Besitzern, deren Flächen außerhalb liegen würden.“

Nach Angaben Körners wollen sich die Verantwortlichen nun einen Überblick verschaffen. „Wir werden die Parzellen auf einer Karte grün oder rot markieren, je nach Vertragslage“, berichtet er. „Dann müssen wir prüfen, wen wir einbinden können und wen nicht. Auf den ersten Blick sieht das aber schwierig aus“, lässt er durchblicken. Deshalb gebe es bereits Überlegungen, das Campinggebiet noch kleiner zu gestalten als ohnehin schon geplant. Im schlimmsten Fall drohe gar das komplette Aus für die Anlage.

Auch die weitere Nutzung der Ökofläche außerhalb des neuen Campinggebiets hänge von der Bereitschaft der Eigentümer zur Unterschrift ab. „Es gibt Überlegungen, das Areal als Ausgleichsfläche für die geplante Erweiterung der Autobahnraststätte Dannstadt anzubieten“, so Körner. „Das geht aber natürlich nicht, wenn sich die Fläche als Flickenteppich darstellt.“

Eine Lösung des Problems müsse in jedem Fall rasch gefunden werden – gerade im Interesse der Mieter. „Wenn ihnen die Kündigung droht, weil die Parzelleneigentümer den Vertrag nicht unterschreiben, dann müssen wir ihnen ausreichend Zeit zur Umsiedlung zubilligen.“

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