Metropolregion

Carolin Hillenbrand ist Weinprinzessin

Archivartikel

Die 26-jährige Carolin Hillenbrand, ehemalige Weinkönigin des Anbaugebiets Hessische Bergstraße, ist am Freitagabend zur Weinprinzessin gewählt worden. Neue Deutsche Weinkönigin wurde Angelika Vogt (25) vom Anbaugebiet Nahe.

Die Ernährungswissenschaftlerin Angelina Vogt wird für ein Jahr die Krone der Deutschen Weinkönigin tragen. Die 25-jährige angehende Winzerin setzte sich bei einer Gala im pfälzischen Neustadt an der Weinstraße gegen fünf Mitbewerberinnen durch. "Ich bin total geflasht und begeistert", sagte Vogt nach der Wahl am Freitagabend der Deutschen Presse-Agentur. "Ich habe es noch gar nicht realisiert."

Vogt holt erstmals seit 2017 wieder die Krone ins Anbaugebiet Nahe. "Wir sind unglaublich stolz", sagte der rheinland-pfälzische Landwirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) am Rande der Krönung in Neustadt. "Sie wird eine großartige Repräsentantin des deutschen Weins." Er habe Vogt eingeladen, am Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober in Paris für den deutschen Wein zu werben, sagte Wissing.

Die wichtigste Botschafterin der Branche nimmt innerhalb eines Jahres rund 200 Termine wahr, viele davon im Ausland. Alle Bewerberinnen sind bereits regionale Weinköniginnen eines deutschen Anbaugebiets. Die Jury wählte Julia Böcklen (25, Württemberg) und Carolin Hillenbrand (26, Hessische Bergstraße) zu Weinprinzessinnen.

Vogt löste die Majestät Carolin Klöckner ab. Die 24-Jährige aus dem Anbaugebiet Württemberg übergab ihrer Nachfolgerin die Krone "mit ganz viel Freude und Euphorie" und riet ihr: "Bleibe dir selbst treu und folge dem, für das du stehst. Lass dich auf das Amt ganz ein. Wenn man zurückblickt, hat jede Weinkönigin es auf ihre Art gemacht."

Die Kandidatinnen hatten sich bei einer bunten Show in Neustadt den 70 Mitgliedern einer Fachjury aus Weinwirtschaft, Politik, Forschung und Medien vorgestellt. Dabei wurden die Frauen im Saalbau der pfälzischen Kommune von zahlreichen Anhängern unterstützt, die ihre jeweilige Favoritin lautstark mit Sprechchören und Klatschen anspornten. Im Wettbewerb mussten sie Weinproben meistern und auch Schlagfertigkeit und Charme unter Beweis stellen - etwa, als es Begriffe wie "Schluckspecht" und "Korkenzieher" zu erraten gab.

Die Kandidatinnen Katharina Bausch (23, Rheingau), Laura Gerhardt (20, Mosel) und Miriam Kaltenbach (22, Baden) scheiterten im Finale. Sechs weitere Bewerberinnen, darunter die Pfälzische Weinkönigin Meike Klohr (25), schieden vor einer Woche im Halbfinale aus.

Die Deutsche Weinkönigin wirbt seit 1949 für die Branche. Die erste Majestät war Elisabeth Kuhn aus Neustadt von der Weinstraße. Auch die heutige Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) trug einst die Krone (1995/1996). Bis 1999 galt die Bedingung, dass die Kandidatinnen ledig sein und aus einer Winzerfamilie stammen mussten.

Für 2019 hofft die Branche auf einen vielversprechenden Weinjahrgang. Kühle Nächte und warme Tage seien ideal für die Aromabildung in den Trauben, sagte Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut. Der Ertrag werde aber wohl unter dem langjährigen Durchschnitt von bundesweit neun Millionen Hektolitern im Jahr bleiben.