Metropolregion

Energie Erdölunternehmen Rhein Petroleum hat Projekt „Steinriegel 1“ zugunsten von Bohrungen bei Bruchsal einstweilen zurückgestellt

Dallas in Weinheim frühestens 2022

Weinheim.Vor 2022 wird in Weinheim kein Erdöl aus den Tiefen sprudeln. Das hat eine Nachfrage bei der Firma Rhein Petroleum ergeben. Seit 2011 interessiert sich das Unternehmen für die Bergstraße. 2012 führte man seismische Untersuchungen durch, um potenzielle Erdölvorkommen aufzuspüren. 2015 hatte Rhein Petroleum „konkrete Hinweise“ darauf gefunden, dass es in der Nähe des Autobahnkreuzes eine Erdöllagerstätte im tiefen Untergrund geben könnte. Ende 2016 war dann ein Grundstück im Gewann Hammelsbrunnen gefunden, von dem aus die Probebohrung durchgeführt werden sollte. Im Sommer 2017 lag dann auch die Genehmigung des Betriebsplanes für die Probebohrung vom zuständigen Bergamt in Freiburg vor.

Große Hoffnungen auf Steuern

Damals hieß es seitens des Unternehmens, dass man spätestens Anfang 2018 loslegen werde. Auch einen Namen hatte das Projekt nun bekommen: „Steinriegel 1“. Bei der Vorstellung im Gemeinderat im Sommer 2015 hatte die Stadt noch große Hoffnungen auf eine – im wahrsten Sinne des Wortes – sprudelnde Gewerbesteuerquelle. Oberbürgermeister Heiner Bernhard rechnete seinerzeit vor: Sollte täglich ein Tanklaster mit 200 Barrel (à 159 Liter) Weinheimer Öl gefüllt werden können, dann wären dies – sobald das Unternehmen die Investitionskosten erwirtschaftet hat – circa 250 000 Euro Gewerbesteuer jährlich für die Stadt.

Da die Planung des Unternehmens von bis zu vier Tanklasterfüllungen täglich ausgehe, könne dieser Betrag sogar auf rund eine Million Euro steigen. Doch bis dahin wird noch viel Zeit vergehen. Wie der Sprecher von Rhein Petroleum, Marcus Gernsbeck, nun erklärte, halte man zwar am Weinheimer Projekt „Steinriegel 1“ grundsätzlich fest. Allerdings könne er derzeit nicht sagen, wann die Probebohrung beginnen werde. Rhein Petroleum habe sich seinerzeit entschieden, ein Projekt in Weingarten bei Bruchsal vorzuziehen. In 900 Metern Tiefe sei man dort auf Erdöl gestoßen. „Dieses Projekt wird voraussichtlich in den nächsten 18 Monaten im Fokus stehen“, sagte Gernsbeck. Danach wolle man sich dann dem Weinheimer Projekt wieder intensiver widmen – frühestens 2022.

Zum Thema