Metropolregion

Umwelt Studie kritisiert Einsatz von Anti-Stechmückenmittel

Debatte um Bekämpfung flammt auf

Archivartikel

Speyer.Am Oberrhein und einigen oberbayerischen Seen wird die Bekämpfung der Stechmücken in diesem Jahr intensiv diskutiert. Der Ausfall von Hubschraubern für den Einsatz des biologischen Mittels Bti im Mai am Rhein sorgte für einen Aufschrei in den betroffenen Gemeinden und eine Mückenplage. Gleichzeitig erklärte die bayerische Gemeinde Seon-Seebruck am Chiemsee, künftig auf den Einsatz von Bti zu verzichten.

In den 93 Städten und Gemeinden zwischen Bingen und Breisach, die sich zur Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) zusammengeschlossen haben, reduziert der Einsatz des biologischen Wirkstoffs Bti nach jedem Hochwasser die Zahl der Stechmücken. Der wissenschaftliche Direktor der Kabs, Norbert Becker, war daran beteilig t, das Mittel in Form von Eisgranulat praxistauglich zu machen.

Politik unterstützt Schnakenjäger

Diskutiert wird nun über eine Studie der Uni Koblenz-Landau, die zu dem Schluss kommt, dass Bti mehr negative Auswirkungen auf den Bestand von Zuckmücken und Amphibien haben könnte als angenommen. Demnach geraten Frösche beim Einsatz des Mittels unter Stress. Becker verweist auf eine Studie aus Tübingen, bei der mit einer deutlich höheren Bti-Konzentration keine Wirkung auf Frösche festgestellt werden konnte. Bereits 2017 hatte der Landauer Ökologe Carsten Brühl, unter dessen Leitung die Studie stand, eine ähnliche Debatte angestoßen. Eine Verknüpfung der Kabs mit der Artenschutzdiskussion hält Becker indes für verfehlt.

Bei Politikern kommen die Schnakenjäger gut an. Ohne die Bekämpfung durch die Kabs wäre der Aufenthalt im Freien kaum zu ertragen, so der Wormser Oberbürgermeister Adolf Kessel.

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