Metropolregion

S-Bahn Verkehrsverbund stellt Optik der neuen Triebwagen für zweite Ausbaustufe vor / Statt Rot nun Grau-Weiß mit gelben Türen

Den Mireo schon herbei gepuzzelt

Archivartikel

Rhein-Neckar.Bislang waren die Züge der S-Bahn Rhein-Neckar in leuchtend roter Farbe gehalten. Mit der zweiten Ausbaustufe ändert sich das Design zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020 allerdings grundlegend. Die insgesamt 57 neuen Schienenfahrzeuge mit dem Namen Mireo bekommen einen weiß-anthrazit-farbenen Anstrich mit einem fahrzeughohen „S“ und gelben Türen. In der Ludwigshafener S-Bahn-Werkstatt gaben die Beteiligten gestern schon mal den ersten Blick auf das Äußere der neuen S-Bahn-Züge aus dem Hause Siemens frei.

Die 70 Meter langen Triebwagen bieten insgesamt 200 Sitzplätze, können 26 Fahrräder mitnehmen und schaffen in der Spitze Tempo 160. Kostenloses WLAN für die Fahrgäste ist inklusive, ebenso gibt es verbesserte Informationen für die Reisenden und komfortablere Sitze.

Eingesetzt wird der Mireo zunächst auf der S 5 (Heidelberg – Bad Rappenau), S 8 (Mannheim – Karlsruhe), S 9 (Mannheim – Groß-Rohrheim) und auf dem Murgtäler Rad-express von Mannheim nach Baiersbronn. Ab Dezember 2021 sollen sie auch die Züge auf der S 6 zwischen Mannheim und Mainz ablösen.

„Das Projekt ist voll im Zeitplan“, bestätigte Markus Frank, Kaufmännischer Leiter bei Zughersteller Siemens Mobility. Das Unternehmen montiert bereits die ersten Züge in seiner Krefelder Werkstatt, um sie demnächst im Prüfcenter auf Herz und Nieren zu testen. Montage-Start der Serie sei für März 2019 geplant. „Der Fahrgast soll sich wohlfühlen“, sagte er. Dafür habe man alle technischen Einrichtungen aufs Dach oder in den Unterboden gepackt. Zudem sei der Mireo ein energieeffizientes Fahrzeug.

„Wir puzzeln uns das Fahrzeug schon mal herbei“, lud Frank Klingenhöfer, Regionalleiter der DB Regio Mitte, die Kollegen dazu ein, aus einzelnen Würfeln ein zwei mal drei Meter großes Bild zusammenzusetzen.

Im Name des Zuges Mireo stecke ja das lateinische Wort mirare (wundern) drin, scherzte Zweckverbandsvorsitzender Christian Specht. Gewundert habe man sich ja schon öfter im Zusammenhang mit der S-Bahn. „Aber wer einen ICE bauen kann, wird wohl auch ein tolles Fahrzeug für die S-Bahn Rhein-Neckar auf den Weg bringen“, sagte Specht.

Zur Anschaffung der 57 Triebwagen kommt kostenmäßig übrigens noch der Umbau von 63 Haltestellen dazu, weil die Bahnsteige unter anderem angehoben werden müssen. „328 Millionen Euro werden hier bewegt. Die Kommunen tragen 128 Millionen davon“, erinnerte Specht, dass die S-Bahn kein Schnäppchen ist. Aber ein attraktiver öffentlicher Nahverkehr sei vor allem in den großen Städten Voraussetzung dafür, wenn die Verkehrswende gelingen solle.

Ab Juli 2020 fährt der Mireo fahrplanmäßig schon zwischen Offenburg und Basel.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/region

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