Metropolregion

Stechmücken Die Plage wird noch sechs Wochen andauern / Fluggeräte sind wieder einsatzbereit

Dritter Hubschrauber gegen Schnaken

Archivartikel

Rhein-Neckar.Bis Mitte Juli wird die Schnakenplage in Mannheim und der Region noch andauern. So lautet die Prognose des wissenschaftlichen Direktors der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS), Norbert Becker. Die KABS verteilt sowohl zu Fuß als auch aus der Luft den biologischen Wirkstoff Bti, der den Darm von neuen Rheinschnakenlarven zerstören soll.

Im Kampf gegen die Plagegeister setzt die KABS künftig auf ein drittes Fluggerät, nachdem am Wochenende 25./26. Mai wegen technischer Defekte beide bisherigen Hubschrauber ausgefallen waren. Den Helikopter hat die Aktionsgemeinschaft vom zuständigen Flugunternehmen aus Hockenheim angefordert. „Den brauchen wir, damit wir einen erneuten Schaden an den Helikoptern kompensieren können und so etwas nicht mehr vorkommt“, erklärt der wissenschaftliche Direktor auf Anfrage dieser Zeitung. Bis das Ersatz-Fluggerät allerdings in Kalifornien gebaut sei und hier in der Region entlang der Rheinauen eingesetzt werden könne, werde es noch etwa sechs Wochen dauern, meint er.

Für einen erneuten Anstieg des Rheinpegels sind die Schnakenbekämpfer aber bereits gewappnet. „Die beiden alten Hubschrauber fliegen wieder. Einer konnte repariert werden, den zweiten haben wir neu angeschafft“, teilt Becker mit.

Durch den Wegfall der beiden Hubschrauber am letzten Maiwochenende konnten viele Brutgebiete der Stechmücken aufgrund des hohen Wasserstandes nicht erreicht werden. „Vor allem im Waldpark Mannheim sind deswegen zurzeit mehr Schnaken als gewohnt unterwegs“, erklärt Becker. Maximal 50 Prozent der Rheinschnakenpopulation konnte beim Einsatz am letzten Maiwochenende abgetötet werden.

50 Prozent der Mücken überlebten

Auch in Lampertheim klagen viele Bürger über die Insektenschwärme. Dirk Reichle, Regionalleiter der KABS, zählte in einer Nacht Mitte Juni 8000 Mücken im Naturschutzgebiet. Da der Wirkstoff Bti nur die vier Larvenstadien der Stechmücken bekämpft, kann er bei der jetzigen Plage nichts mehr ausrichten. Nach einer Hochwasserwelle bei warmer Witterung bleibt also nur wenig Zeit, um eine drohende Schnakenplage einzudämmen. Umso wichtiger ist es, dass die beiden Hubschrauber wieder funktionieren.

Das Einsatzgebiet der KABS reicht vom Kaiserstuhl in Baden-Württemberg bis nach Hessen und Rheinland-Pfalz. Viele freiwillige Helfer waren unterwegs, um Schadensbegrenzung zu betreiben. „Diesen Samstag werden beide Hubschrauber wieder eingesetzt und die Schnakenplage wird weiter abnehmen“, sagt Becker.