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Drogen kommen per Paket

Archivartikel

Heidelberg.Das Marihuana kam in Paketen an, die vier bis 15 Kilo der Droge enthielten: Vor dem Heidelberger Landgericht hat am Donnerstag ein Drogenprozess gegen zwei Frauen und einen Mann begonnen. Sie sollen als Mitglieder einer Bande von Spanien aus Betäubungsmittel in nicht geringer Menge gehandelt und nach Deutschland sowie in andere europäische Länder geschickt zu haben. Die Anklagebehörde wirft ihnen unter anderem vor, drei Adressen in Heidelberg mit mehr als 30 Paketen beliefert zu haben. Wer diese drei Wohnungen – eine davon im Stadtteil Handschuhsheim – anmietete, muss noch ermittelt werden. Für die Hauptverhandlung der Zweiten Großen Strafkammer sind insgesamt zehn Verhandlungstermine anberaumt. 24 Zeugen sollen gehört werden.

Eine 24-jährige W. soll die Lieferungen überwacht sowie das Geld entgegengenommen und verwaltet haben. Ausführlich und scheinbar redselig berichtet sie, übersetzt aus dem Chinesischen, am ersten Prozesstag ihren aus ihrer Sicht glücklosen Werdegang und ihre zwei gescheiterten Ehen. Zu den Vorwürfen selbst machte sie noch keine Angaben, entschuldigte sich aber dafür, im Mai, etwa vier Wochen nach ihrer Festnahme, bei der Polizei „falsche Dinge gesagt zu haben“. Inzwischen wisse sie, dass sie „an einer Straftat mitgewirkt“ habe. Die beiden 25 und 30 Jahre alten Mitangeklagten sollen die Pakete in Empfang genommen haben.
Als Chinesin mit Aufenthaltsstatus in Spanien habe sie, berichtet W., freier reisen können als „andere der Gruppierung“. So kam es auch, dass sie im Auftrag eines als „Chef“ beschriebenen Bekannten nach Duisburg fuhr, um nach zwei gerade Festgenommenen zu schauen. „A. wollte den Schlüssel ihrer Wohnung“, berichtet die Angeklagte. Dort angekommen, hätten die anderen „Pakete aus- und eingepackt“.