Metropolregion

Dürkheimer Gondelbahn endgültig Geschichte

Archivartikel

Bad Dürkheim.Der „Dürkheimer Schandfleck“ ist weg. Die unansehnliche Ruine der Talstation der 1981 stillgelegten Gondelbahn auf dem Wurstmarktplatz ist nach jahrelangem juristischem und finanziellem Hin und Her um die Zukunft der Bahn von einem Ellerstadter Unternehmen abgerissen worden. Der rund 45 000 Quadratmeter große Platz wurde damit erheblich lichter. Die Kosten der überwiegend stählernen Station übernimmt der letzte Besitzer Peter Schwab, dessen gleichnamiger Vater Anfang der 1970er Jahre die Gondelbahn hinauf zum Teufelstein gebaut hatte.

Zuletzt stand nur noch das dreistufige Stahlgerüst der Talstation - sehr zum Ärger der Dürkheimer und vor allem der Anrainer. „Meine Gäste fragten mich nach einem Blick auf diesen hässlichen Torso immer wieder, was diese Ruine für eine Vergangenheit hatte,“ sagte ein benachbarter Winzer. Jetzt wird aus dem Westen der Blick frei auf die einstige Polizeistation mit ihrem kleinen Türmchen. Sie ist sanierungsbedürftig, steht aber dem Vernehmen nach unter Denkmalschutz.

Vermutlich noch in diesem Monat werden die Dürkheimer Stadträte das definitive Ende dieses lange als „unendliche Geschichte“ geschmähten touristischen Projekts politisch aufarbeiten: Der Wurstmarkt- und der Festausschuss setzen sich zusammen, um die weitere Zukunft des 370 Quadratmeter großen Areals zu beraten. Vermutlich, so Dezernent Gerd Ester (CDU), wird das Gelände den einstigen Brühlwiesen unterhalb des Michelsberges zugeschlagen, auf denen das größte Weinfest der Welt Jahr für Jahr mehr als 600 000 Besucher anlockt.

„In diesem Jahr wird sich noch nicht viel tun - die Fläche wird aber als Abstell- und Parkplatz für etwas Entspannung sorgen“, sagte Ester. Die Bodenplatte der einstigen Talstation ist mit 270 Quadratmetern als Parkraum für Hilfsdienste beim Wurstmarkt wie Rotes Kreuz, Polizei und Feuerwehr oder für Beschicker nutzbar. „Im nächsten Jahr kann dort Marktmeister Markus Brill aber durchaus mit weiteren Schaustellern eine Attraktion unmittelbar an der Bundesstraße schaffen - wenn die zuständigen Politiker alles absegnen.“

Die Talstation, von der 37 Jahre nach der Stillegung zuletzt nur noch das stählerne Gerippe stand, war letzter Rest der Gondelbahn, die zwischen 1973 und 1981 eine Attraktion für Besucher der Kurstadt war. Die Bahn verband den Wurstmarktplatz mit dem rund 300 Meter hohen Naturdenkmal Teufelstein. Die etwa 1,25 Kilometer lange Bahn wurde jedoch stillgelegt, weil Grundstücksbesitzer, deren Gelände von den Gondeln überflogen wurde, erfolgreich „wegen einer Art Enteignung“ zehn Jahre lang bis zum Bundesverfassungsgericht geklagt hatten.

Zuletzt wollten zwei Mannheimer Investoren die Bahn wiederbeleben. Doch die Auflagen für eine Wiederinbetriebnahme hätten jeden vernünftigen zeitlichen und finanziellen Rahmen gesprengt. Der Dürkheimer Bürgermeister Christoph Glogger (SPD) wollte das Thema Gondelbahn vom Tisch haben: Entweder Neubau oder Abriss der maroden Talstation.

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