Metropolregion

Wissen Neues Buch verbindet Ausflugstipps in Region mit geologischem Wissen / Reiss-Engehorn-Museen beteiligt

Durch die Erdgeschichte wandern

Archivartikel

Rhein-Neckar.Mit ein paar Schritten zurückgehen in eine Zeit, die viele Millionen Jahre zurückliegt – nirgendwo geht das leichter als im Oberrheingraben. Die spannende Natur und Erdgeschichte dort zu erkunden, ohne sie zu schädigen, will das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau erleichtern. 50 Ziele dafür nennt das neue Buch „Wanderungen in die Erdgeschichte – Entlang des Rheins von Basel bis Mannheim“, das auf Initiative der Freiburger Behörde erschienen ist.

„Für geologische Wanderungen bietet der Oberrhein ideale Voraussetzungen“, so Jörg-Detlef Eckhardt, Leiter des Amtes. Flusstäler einerseits, andererseits hohe Berge im Schwarzwald bieten spannende topographische Gegensätze sowie abwechslungsreiche Flora und Fauna.

Mächtige Felsformationen, uralte Gesteinsklippen, Mineral- und Thermalquellen, Sumpfwald, Flugsandfelder und Dünen sind allesamt Fenster in die Erdgeschichte. „Man kann in unserer Region so gut wie kaum an einer anderen Stelle Spuren der Eiszeit entdecken“, sagt Wilfried Rosendahl, Direktor der Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen und mit Thomas Huth, Matthias Geyer, Andreas Megerle sowie Baldur Junker Herausgeber des Buchs.

Detailliertes Werk

Es schafft einen wunderbaren Spagat. Einerseits ist es ein wissenschaftlich fundiertes, teils sehr detailliertes Werk zur erdgeschichtlichen Entwicklung, Entstehung von Gebirgen und Bodenschätzen. Hiram Kümper, Lehrstuhlinhaber an der Mannheimer Universität, hat zudem unter dem Titel „Der Oberrhein - Lebens- und Verkehrsader im Lauf der Zeiten“ die Kulturgeschichte des Stroms von den Römern über die Zeiten der Zölle und der Rheinbegradigung bis zum Rekordniedrigwasser 2018 sehr gut aufbereitet.

Doch dass Amt will nicht nur den geowissenschaftlichen Kenntnisstand in der Bevölkerung heben. „Geotopschutz ist Teil des Naturschutzes und somit der Denkmalschutz des Planeten Erde“, betonen die Herausgeber. Ihr Motto ist „Schützen und Nützen durch Wissen“, denn sie wollen den „Geotourismus“ durchaus ankurbeln – weil er Bewusstsein schaffen kann.

Herzstück des Buchs bilden daher sehr anschaulich aufbereitete Porträts von 50 erdgeschichtlich sehenswerten Orten entlang der Linie Basel bis Mannheim. Stets sind sie mit Karten und Tipps zu weiterführender Literatur ergänzt und so beschrieben, dass sie sich als Ausflugstipp eignen. Das Spektrum reicht von Türmen und Plätzen mit guten Ein- oder Aussichten in die Landschaft über Sand- und Kiesgruben bis zu Dünen und Mooren. Man begegnet Dinosauriern, Spuren eines gewaltigen Erdbebens 1356, erfährt etwas über die Geschichte des Weinanbaus sowie das geheimnisvolle Rheingold. Aus der Region sind Reilingen und Wiesloch ebenso dabei wie der „Homo Heidelbergensis“ aus Mauer, Dossenheim als Zeuge einer alten Vulkankatastrophe vor 290 Millionen Jahren sowie die Spatschlucht bei Schriesheim.

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