Metropolregion

Landwirtschaft In Schifferstadt können Hobbygärtner ab 22. August Früchte zu Saft verarbeiten lassen / Telefonische Anmeldung nötig

Eigene Ernte zum Trinken konservieren

Schifferstadt.Nach der schlechten Apfelernte 2017 sieht es in diesem Jahr in der Pfalz nach einer regelrechten Apfelschwemme aus: Die Bauern rechnen mit einer überdurchschnittlichen Ernte, die in diesen Tagen mit den frühen Sorten beginnt. Der Apfelanbau in der Pfalz ist, gemessen an den Hauptanbauregionen „Altes Land“ bei Hamburg und am Bodensee, nur eine „Nebensache“, aber auch hierzulande haben viele Baumbesitzer ihre helle Freude am Erntesegen. Doch der beschert Pfälzern auch ein Problem: Wohin mit den vielen Äpfeln?

Fast 10 000 Liter im Vorjahr

In Schifferstadt wird eine pfiffige Lösung angeboten: Der Verein der Garten- und Blumenfreunde hilft mit einer Presse, den Ertrag für einige Zeit haltbar zu machen. Start ist am 22. August: Dann werden rund 20 Helfer des Vereins tätig und an 25 Tagen Apfelsaft für die Anlieferer des Obstes produzieren. „Wir haben 2017 mehr als 15 000 Kilogramm Äpfel zu genau 9 590 Litern Apfelsaft verarbeitet, obwohl das vergangene Jahr alles andere als ein günstiges Erntejahr war“, hat Rentner Bernd Frank (75) festgehalten. Frank, der die Aktion 2012 mit finanzieller Hilfe des Rhein-Pfalz-Kreises initiierte, erwartet in diesem Jahr die doppelte Menge. Die Rechnung, die er dabei aufmacht, ist einfach: 100 Kilogramm Äpfel ergeben bis zu 70 Liter Saft. Die Früchte werden nach der Anlieferung gewaschen, zerkleinert, gepresst, der Saft auf 80 Grad Celsius erhitzt und durch dieses Pasteurisieren für einige Jahre haltbar gemacht.

Abgefüllt wird in Fünf-Liter-Beutel, den Pressrückstand müssen die Apfelanlieferer mitnehmen. „Sie sollten den Trester in ihren Gärten verteilen, dann entsteht ein vernünftiger Kreislauf“, meint Frank.

Die tägliche Höchstmenge, die ein Lieferant nach Schifferstadt bringen kann, liegt bei 500 Kilogramm, als Mindestmenge werden 50 Kilogramm verlangt. Frank: „Nur so können wir in etwa die vereinbarten Zeiten einhalten.“ Für einen Ertrag von fünf Litern Apfelsaft berechnet der Verein 3,50 Euro. Hinzu kommen 1,50 Euro für die Box, die man jedoch mehrmals verwenden kann. Auch Quitten werden angenommen.

Die Äpfel werden mittlerweile nicht nur aus der Pfalz, sondern auch aus Rheinhessen und Nordbaden angeliefert. „Wir beraten während des Pressens die Anlieferer und empfehlen ihnen, nicht auf eine einzige Sorte zu setzen, sondern eine Mischung zu bringen – das macht den Apfelsaft süffiger.“

Reich wird der Verein durch das Angebot nicht: Die Helfer müssen an den Presstagen Montag, Mittwoch und Freitag (jeweils von 8 bis 15 Uhr) nicht nur die Lieferanten betreuen, sondern auch vor allem auch die Presse nach jedem Tag aufwendig reinigen. Frank: „Wir brauchen jeden Tag rund eineinhalb Stunden allein für das Säubern der Anlage.“ rs