Metropolregion

Eilantrag gegen US-Gefahrstofflager in Lingenfeld

Archivartikel

Germersheim/Lingenfeld.Einen Eilantrag gegen den Betrieb des US-Gefahrstofflagers in Lingenfeld (Kreis Germersheim) hat eine Bürgerinitiative beim Verwaltungsgericht Neustadt gestellt. Das Lager sei formell erst in Betrieb gegangen, nachdem die bis zum 18. Januar 2014 gültige Genehmigung der Kreisverwaltung Germersheim abgelaufen war, sagte Dietmar Bytzek von der Initiative am Mittwoch. Die Justiz in Neustadt bestätigte den Eingang des Eilantrags. Es gebe noch keinen Termin, das Gericht wolle so bald wie möglich entscheiden, sagte eine Sprecherin.

Aus Bytzeks Sicht enthält das Genehmigungsverfahren für das südpfälzische Depot rund 40 Verfahrensfehler. Zudem hätten die Betreiber keinen Abwehrplan vorgelegt. Am 7. Juli habe es auf dem Dach eines Lagers gebrannt, zum Löschen seien auch 14 Fahrzeuge aus der Umgebung eingesetzt worden. "Wir reden hier über eine reale Gefahr. Es muss mehr gemacht werden", sagte er. Der Betreiber müsse die gleichen Sicherheitsstandards erfüllen wie der einer zivilen Anlage. Über den Eilantrag hatte zuvor auch der SWR berichtet.

Bisher dürfen im Depot 70 Tonnen Chemikalien lagern. Die geplante Erweiterung auf 1900 Tonnen durch die Defense Logistics Agency (DLA) Distribution Europe, Teil der weltweit größten Logistikeinheit des US-Verteidigungsministeriums, stößt schon länger auf Kritik.