Metropolregion

Landwirtschaft Erzeuger haben mit wechselnder Witterung zu kämpfen

Einbußen bei Tabakernte

Hatzenbühl.Die Tabakernte in der Pfalz ist abgeschlossen – und hat bei den überwiegend südpfälzischen Tabakpflanzern um Herxheim und Hatzenbühl für lange Gesichter gesorgt. Denn die für die Weinreben günstige Witterung machte den Tabakpflanzen schwer zu schaffen. Nach Angaben des Bezirksverbandes Pfalz haben nahezu alle Pfälzer Betriebe die Tabakernte beendet. Im Vergleich zum Vorjahr waren sie damit rund zwei Wochen früher fertig.

So verzögerten Niederschläge im Frühsommer schon bei der Auspflanzung der Setzlinge die Feldarbeiten. Die Böden waren später bei der Unkrautbekämpfung in vielen Fällen nicht befahrbar. Wegen der Nässe bildeten die Pflanzen zunächst kein ausreichendes Wurzelsystem, so dass bei der folgenden Trockenheit und Hitzeperioden eine kontinuierliche künstliche Bewässerung unausweichlich war.

Durchschnittliche Qualität

Doch die konnte auf Dauer den natürlichen Regen nicht ersetzen: Die Pflanzen bildeten weniger Blätter, und die Reife gestaltete sich besonders auf den leichteren Böden ungleichmäßig. Deshalb werden die Erträge 2018 niedriger ausfallen als in den Jahren zuvor. „Wie viel das sein wird, lässt sich im Augenblick nur grob schätzen“, sagt der Tabakbausachverständige für die Pfalz, Egon Fink. „Aber von rund 25 Prozent Minderertrag im Bereich Virgin können wir ausgehen.“

Die Qualitäten bewegen sich, so Fink, auf durchschnittlichem Niveau. Durch die teilweise schnelle Reife seien die Erzeuger mit der Ernte nicht nachgekommen, so dass viele Bestände erst im überreifen Zustand geerntet werden konnten. Fink: „Das schlägt sich nach der Trocknung in einem höheren Anteil brauner statt gelber Blätter nieder.“ Auch bei der Zigarrensorte Badischer Geudertheimer sind die Erwartungen gedämpft.

„Einen positiven Aspekt hat diese Saison jedoch gehabt“, so Fink: „Es mussten so gut wie keine Pflanzenschutzmaßnahmen durchgeführt werden.“ Allerdings stünden dem deutliche Mehrkosten durch den gestiegenen Mindestlohn, für Beregnung und Sortierung gegenüber. rs