Metropolregion

„Fridays for Future“ 300 Teilnehmer bei Demo für Klimaschutz

Elfjährige denkt schon an ihre Enkel

Archivartikel

Rhein-Neckar.„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr die Zukunft klaut“. Diesen Slogan skandierten die Aktivisten der Bewegung „Fridays for Future“ bei ihrem Demonstrationszug von Mannheim über die Konrad-Adenauer-Brücke nach Ludwigshafen. Sie liefen unter dem Motto: „Together we are stronger – Grenzen überwinden“. Nach den Worten von Friederike Schmahl (20), Sprecherin der Bewegung in Mannheim, nahmen an Demonstration rund 300 Aktivisten teil – mehrheitlich Schüler und Studenten, aber auch einige Ältere. Die Demonstration endete mit einer Abschlusskundgebung auf dem Europaplatz in Ludwigshafen. Auch in Heidelberg gingen wieder 700 Menschen für mehr Klimaschutz auf die Straße.

Eine der jüngeren Teilnehmerinnen an der rheinübergreifenden Demo war Franziska aus Mannheim. Die Elfjährige geht in die sechste Klasse und ist dabei, weil ihr die Zukunft wichtig sei. „Meine Kinder und Enkel sollen ein schönes Leben haben“ begründet sie ihre Teilnahme. Ihre Eltern unterstützen sie dabei. Und die Schule? Sie komme nach der großen Pause. „Da es nicht jede Woche ist, fällt das nicht so auf.“

Trotzdem: Das Demonstrieren während der Schulzeit ist weiter eine Grauzone. Doch in den Schulen haben sich Lösungen gefunden. Anton Geburek (17) macht im kommenden Jahr das Abitur am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Ludwigshafen. Seiner Aussage nach finde es der der Schulleiter nicht so gut, dass die Schüler in der Unterrichtszeit an den Demos teilnehmen. „Es gibt aber einige Lehrer, die uns unterstützen, nicht bestraft zu werden“, erzählt er.

Es haben sich auch Elterngruppen gebildet, die sich dafür einsetzen, dass die demonstrierenden Schüler keine Probleme bekommen. Monika Schulz-Linkholt verteilt Flugblätter, die über die Initiative „Parents/People for Future Mannheim“ informieren. Diese habe sie im September mit ihrem Ehemann Bertram gegründet, sie zähle mittlerweile 45 Unterstützer. „Wir wollen die Schüler vor allem den Schulen gegenüber unterstützen“, sagt sie.

„Die Zukunft ist unsicher“

Den Klimawandel erfahren die Teilnehmer als existenzielle Bedrohung. Für Charlotte Müller (20), die an der Universität Mannheim Anglistik studiert, gehe es darum, die Lebensgrundlagen zu erhalten. „Es macht mir große Angst. Die Zukunft ist unsicher. Wir sind die erste Generation, die es spürt“, sagt sie. Die Forderungen lauten, den öffentlichen Nahverkehr auszubauen und Busse und Bahnen mit erneuerbarer Energie anzutreiben. Dazu sollen Grünflächen ausgebaut und umweltschädliche Subventionen gestoppt werden. Geburek sagt: „Wir machen weiter, bis die Politik handelt.“ 

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