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Entwarnung - Trinkwasser in Heidelberg und Dossenheim kann wieder genutzt werden

Dossenheim.Das Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis hat am Donnerstagvormittag vor dem Gebrauch von Trinkwasser gewarnt. Betroffen waren Dossenheim und Heidelberg. Die Warnung wurde am Nachmittag wieder aufgehoben.
Das Wichtigste in Kürze:

  • Nachdem Anwohner verfärbtes Wasser gemeldet hatten, wurde im Wasserwerk Entensee (südlich von Dossenheim) am Donnerstagvormittag eine blaue Verfärbung bei einer Probe mit einem Eimer festgestellt. 
  • Weder in Dossenheim noch im Heidelberger Stadtgebiet durfte daraufhin das Leitungswasser genutzt werden. 
  • Bewohner waren aufgefordert, mit dem Wasser weder die Hände zu waschen noch zu duschen. Es konnte nur zur Toilettenspülung benutzt werden.
  • Am Nachmittag wurde die Warnung wieder aufgehoben.
  • Nach Angaben der MVV  und der Stadt war Mannheim nicht betroffen

18:16 Uhr: Stadt Heidelberg: Alle Proben haben gesetzliche Werte eingehalten

Bei der Ursache der Verfärbung gehen die zuständigen Behörden von einer "natürlichen Schwankungsbreite in der stofflichen Zusammensetzung des Wassers aus", teilt die Stadt Heidelberg mit. Wasser sei ein Naturprodukt - je nach Beschaffenheit könne es zu unterschiedlichen Färbungen kommen, ohne dass die Eignung als Trinkwasser beeinträchtigt wird. Beispielsweise färbe Eisen Wasser eher bräunlich.

"Alle im Werk Entensee und an den Verbrauchsstellen in Dossenheim und Heidelberg entnommenen Proben haben die Werte der gesetzlichen Trinkwasserverordnung eingehalten und wiesen keine Abweichungen zu vorherigen Proben auf", so die Stadt Heidelberg weiter. Zusätzlich zu den Stadtwerken Heidelberg untersuchten unter anderem das Hygieneinstitut der Universität Heidelberg, das Technologiezentrum Wasser Karlsruhe und die Analytische Task Force der Feuerwehr Mannheim die Proben.

Wegen der möglichen Verunreinigung waren auch die Heidelberger Bäder und das Gisela-Mierke-Bad in Eppelheim vorsorglich geschlossen worden. Beeinträchtigungen gab es ebenfalls am Universitätsklinikum in Heidelberg. "Es bestand zu keiner Zeit eine Gefährdung der Patienten", teilte eine Sprecherin des Klinikums mit. Notfälle hätten behandelt und laufende Operationen zu Ende geführt werden können.

16:49 Uhr: Wasserwerk Entensee bleibt zunächst vom Netz
Trotz der Entwarnung bleibt das Wasserwerk Entensee vorsorglich vom Netz, wie ein Sprecher des Rhein-Neckar-Kreises bestätigt. Die Wasserversorgung sei jedoch über andere Stellen gewährleistet. Nach Angaben der Stadt Heidelberg bleibt das Werk vom Netz, bis alle "Untersuchungen zu der nicht-gesundheitsschädlichen bläulichen Verfärbung" abgeschlossen sind. 

15:47 Uhr: Warnung aufgehoben

Die Warnung wegen verunreinigtem Wasser in Heidelberg ist aufgehoben. Das meldeten die Warn-Apps Nina und Katwarn. Auch ein Vertreter der Stadt Dossenheim bestätigte das einem Reporter des "Mannheimer Morgen". 
Die Stadt Heidelberg schreibt auf ihrer Homepage:
"Die sofort eingeleiteten Analysen sind unkritisch. Es konnten keine Belastungen nachgewiesen werden. Die Behörden gehen davon aus, dass es sich um eine Verfärbung handelt, die auf der natürlichen Schwankungsbreite in der Zusammensetzung des Wassers beruhen. Das Leitungswasser kann ab sofort in vollem Umfang verwendet werden."

14:56 Uhr: Von Feuerwehr Mannheim analysierte Proben unauffällig

Alle bisher von der Feuerwehr Mannheim in ihrem Labor auf der Wache Süd und in der Hochschule Mannheim untersuchten Proben aus Heidelberg und Dossenheim weisen keinerlei Verunreinigungen auf.

Unser Video von der Pressekonferenz:

14:45 Uhr: Die Pressekonferenz endet

Nach Angaben von Rainer Schwertz, Leiter des Gesundheitsamtes, gibt es keine spezielle Aufforderung an die Bevölkerung, sich untersuchen zu lassen. "Wir haben im Moment keine Hinweise, dass in einer nennenswerten Konzentration irgendein besonderer Stoff nachweisbar war."

14:44 Uhr: Entwarnung im Laufe des Nachmittags?

Rainer Schwertz, Leiter des Gesundheitsamtes: „Es gibt aus meiner Sicht keinen anderen Weg, als zu sagen: Wir müssen die Bevölkerung schützen und wir müssen die Trinkwasserwarnung in aller Konsequenz aussprechen.“ Er ist optimistisch, dass man im Laufe des Nachmittags eine Entwarnung aussprechen könne. Schwertz: "Bitte warten Sie die offizielle Mitteilung unserer Pressestelle ab."

14.40 Uhr: Wassernetz wird gespült

Nachdem sich Bewohner Dossenheims gemeldet und gesagt hatten, dass das Wasser blau sei, wurde die Eimerprobe im Wasserwerk Entensee genommen. Um kurz nach 10 Uhr wurde das Werk, das sein Wasser aus einem mehr als 100 Meter tiefen Brunnen bezieht, abgeschaltet, so Markus Morlock, Abteilungsleiter der Stadtwerke für Anlagentechnik. Im Moment wird das Netz mit Wasser aus einem anderen Wasserwerk gespült.

Da das Wasser in den Supermärkten wegen der Hamsterkäufe knapp wird, werde eine Logistik aufgebaut, dank der man Trinkwasser aus der Umgebung nach Heidelberg bringen könne, so Bernd Köster. Auch das Technische Hilfswerk könne Trinkwasser aufbereiten.

14:27 Uhr: Mannheimer Feuerwehr unterstützt Heidelberger Kollegen

Die Mannheimer Feuerwehr unterstützt derzeit die Heidelberger Kollegen. Acht Beamte der Berufsfeuerwehr und Ehrenamtliche der Freiwilligen Feuerwehr Neckarau rückten mit zwei speziellen Messfahrzeugen mit Laborausstattung nach Heidelberg aus. Sie sind alle Mitglieder der „Analytischen Task Force“ (ATF), einer von bundesweit nur acht vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) getragenen Spezialeinheiten für die Analyse von radioaktiven, biologischen oder chemischen Stoffen. "Wir helfen bei der Entnahme und Analyse von Proben", so Klaus Sieber vom Führungsdienst der Mannheimer Berufsfeuerwehr. Die Ergebnisse würden dann dem Heidelberger Führungsstab zur Verfügung gestellt. Zudem habe man die Hochschule Mannheim eingeschaltet und untersuche dort in ihren Laboren Proben. Mannheim selbst ist nach jetzigem Erkenntnisstand der Feuerwehr nicht betroffen, da es sich um zwei völlig getrennte Trinkwassernetze handelt.

14:26 Uhr: Gesundheitsamt: Bislang keine Erkrankungen bekannt

Nach Angaben des Gesundheitsamts wurden bislang keine Meldungen über Erkrankungen etwa von Säuglingen bekannt. Untersuchungen des Wassers laufen, die bisherigen Ergebnisse seien unauffällig, so Bernd Köster, Amtsleiter Bürger- und Ordnungsamt. Der Grenzwerte der Trinkwasserverordnung würden bei den üblichen Parametern eingehalten. "Wir wissen noch nicht, woher die Trübung kommt", so Köster.

14.23 Uhr: Analysen laufen

Das Wasserwerk Entensee ist nach Angaben der Stadtwerke abgestellt und wird intensiv beprobt, die finalen Ergebnisse werden für den Nachmittag erwartet.  Die betroffene Quelle liegt südlich von Dossenheim, Richtung Neckar. Außer dem blauen Wasser bei der Eimerprobe gebe es zunächst keine weiteren Analysen, die einen Grund zur Besorgnis geben, so Markus Morlock von den Stadtwerken. Alle weiteren Maßnahmen seien vorsorglich eingeleitet worden.

14.19 Uhr: Die Pressekonferenz läuft

Den Angaben auf der Pressekonferenz zufolge wurde eine ähnliche Verfärbung wie in Dossenheim auch bei einer Eimerprobe im Wasserwerk Entensee festgestellt. Das versorgt Dossenheim sowie die Stadtteile Handschuhsheim und Neuenheim. Da nicht ausgeschlossen werde konnte, dass von dort auch Wasser in die Altstadt oder Bergheim gelangen kann, wurde die Warnung auch für die südlichen Stadtteile ausgesprochen.

Bei der Pressekonferenz auf dem Podium (v.li.): Stadtsprecher Achim Fischer, Rainer Schwertz (Leiter Gesundheitsamt Rhein-Neckar-Kreis), Bernd Köster (Leiter Ordnungsamt der Stadt) und Markus Morlock (Abteilungsleiter der Stadtwerke für Anlagentechnik).

14:10 Uhr: Heidelberger decken sich mit Wasser ein - Supermärkte ordern nach 

Die Filialen von Rewe und Penny in der Region verzeichnen einen deutlichen Anstieg beim Kauf von Mineralwasser. "Insbesondere das Geschäft in Heidelberg-Handschuhsheim ist davon betroffen", teilt eine Sprecherin auf Nachfrage mit. Das Unternehmen habe reagiert und seinerseits größere Lieferungen in Auftrag gegeben. "Glücklicherweise befinden sich die meisten Märkte ja nah an unserem Zentrallager in Wiesloch. Da können wir schnell reagieren", so die Sprecherin.

14:03 Uhr: Kindergarten in Dossenheim - zum Trinken gibt es nur Sprudel

Betroffen ist auch der Kindergarten "Schwabenheimer Hof" bei Dossenheim. Aber die Kinder halten sich an das Verbot, den Wasserhahn aufzudrehen: "Die Feuerwehr fuhr durch und hat das per Lautsprecher gesagt, dann ist das für die Kinder so", erzählt eine Erzieherin. Zum Trinken gibt es nur Sprudel, auch beim Malen mit Wasserfarben wird Sprudel verwendet, "zum Glück haben wir genügend Flaschen da", sagt sie. Hände dürften nur mit Desinfektionsmittel gewaschen werden. Eine Umstellung bedeutete die Trinkwasser-Sperre auch für die zum Küchendienst eingeteilte Mutter, denn in dem Kindergarten wird - im Wechsel von einem Elternteil - täglich frisch gekocht. Nun gab es Sauce aus dem Glas, was sonst verpönt ist.

13:53 Uhr: Hinweis des Studierendenwerkes: Verpflegungsbetrieb eingestellt
Auch in der Pädagogischen Hochschule Heidelberg im Neuenheimer Feld gilt der allgemeine Hinweis des Studierendenwerks Heidelberg: „Aufgrund einer Trinkwasser Warnung der Stadt Heidelberg stellen wir aus Sicherheitsgründen den Verpflegungsbetrieb ein. Wir bitten um Ihr Verständnis“, steht auf den Aushängen. Die Caféleiterin Antje Dietrich muss ihren Laden praktisch dicht machen. „Gerade ist Prüfungszeit, da ist es hier ohnehin nicht ganz so voll“, meint sie.

 

13:38 Uhr: Infotelefon der Stadtwerke Heidelberg

Die Stadtwerke Heidelberg weisen per Twitter auf das bestehende Infotelefon hin: 06221/522-1800

13:39 Uhr: Lautsprecherdurchsagen auch in der Südstadt und in Rohrbach

Wie eine Mitarbeiterin vor Ort berichtet, informiert die Feuerwehr auch in der Heidelberger Südstadt und in Rohrbach die Bevölkerung.

13:32 Uhr: Die Stadt Heidelberg lädt zu einem Pressegespräch ein

Die Stadt Heidelberg lädt für 14 Uhr zu einem Pressegespräch ein. Vertreter der Stadtwerke Heidelberg, des Gesundheitsamtes des Rhein-Neckar-Kreises, des Landratsamtes des Rhein-Neckar-Kreises und der Stadt Heidelberg sollen dort informieren

13:16 Uhr: Stadt Heidelberg: Trinkwasserwarnung betrifft die ganze Stadt

Die Stadt Heidelberg informiert über den Kurznachrichtendienst Twitter: 

13:10 Uhr: Krankenhaus Salem fährt bei Operationen auf Notbetrieb herunter

Beim Krankenhaus Salem im Heidelberger Stadtteil Handschuhsheim ging die Trinkwasserwarnung gegen 11 Uhr ein. Man habe sich unmittelbar mit umliegenden Einrichtungen wie Kitas, Schulen, dem Uniklinikum und Pflegeheimen abgestimmt, berichtet Geschäftsführer Jürgen Unrath. Der Operationsbetrieb habe zunächst weiterlaufen können, allmählich werde er nun jetzt jedoch auf Notbetrieb heruntergefahren. Die Patienten würden zunächst mit Brot und Brezeln versorgt. "Für eine warme Mahlzeit haben wir bei unserem Getränkelieferant einen Lastwagen Mineralwasser bestellt", sagt Unrath. "Damit kochen wir eine Kartoffelsuppe." Nun warte man stündlich auf eine Meldung der Behörden.

13:03 Uhr: Feuerwehr warnt mit Lautsprecherdurchsagen

Die Feuerwehr warnt mit Lautsprecherdurchsagen vor dem verunreinigten Trinkwasser, wie eine Büroangestellte in Heidelberg-Handschuhsheim berichtet. Auch in Dossenheim warnt die Feuerwehr mit Lautsprecherdurchsagen - unser Video dazu hier.

12:53 Uhr: Stadtgebiet Mannheim nicht betroffen

Die Trinkwasserversorgung in Mannheim ist von der Verunreinigung in Heidelberg nach aktuellem Stand nicht beeinträchtigt, teilt der Mannheimer Versorger MVV mit. Es gebe keinerlei Anbindung zu dem betroffenen Wasserwerk in Heidelberg, heißt es.

12:44 Uhr: Warnung wird auf gesamtes Stadtgebiet ausgeweitet

Über die Warn-App Katwarn wird der Verzehr sowie die Nutzung des Trinkwassers im gesamten Heidelberger Stadtgebiet untersagt. Das teilt das Lagezentrum der Landesregierung mit. Auch die Stadtwerke Heidelberg melden auf ihrer Webseite: "Im Bereich Dossenheim und ganz Heidelberg führt eine bisher nicht identifizierte Substanz zu einer Blaufärbung des Trinkwassers."

12:15 Uhr: Laborarbeiten am DKFZ eingestellt

Beim Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg ging am Mittag ebenfalls eine Warnung per E-Mail und mit Lautsprecherdurchsagen durchs Haus. Wie Sprecherin Sibylle Kohlstädt mitteilt, muss in der Einrichtung der Laborbetrieb derzeit eingestellt werden. "Wir haben Notduschen in den Labors, die an das Wassernetz angeschlossen sind, falls jemand während eines Versuchs kontaminiert wird", erklärt sie. Gerade für Experimente, bei denen es auf die Einhaltung einer bestimmten Zeit ankomme, sei die Wasserproblematik ärgerlich. Eigene Wasserreserven gebe es im DKFZ nicht.

Hintergrund (ab 10 Uhr): 

Das Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis hat am Donnerstagvormittag vor dem Gebrauch von Trinkwasser gewarnt. Wie das Landratsamt mitteilte, ist aktuell das Trinkwasser im Bereich Dossenheim und der nördlichen Stadtteile von Heidelberg verunreinigt.

Eine bisher nicht identifizierte Substanz führe zu einer Blaufärbung des Trinkwassers. Analysen der Wasserproben seien bereits eingeleitet worden.

Um mögliche Gefahren abzuwenden, sei ab sofort und bis auf weiteres der Gebrauch als Trinkwasser in Dossenheim und den nördlichen Stadtteilen in Heidelberg (Neuenheim und Handschuhsheim) nicht möglich, teilte das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises, das auch für die Stadt Heidelberg zuständig ist, mit. Das bedeute, dass derzeit kein Duschen oder Händewaschen möglich ist. Das Trinkwasser kann nur zur Toilettenspülung benutzt werden. (mit dpa)

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