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Erkenbert: Vom Weltlichen zum Asketen

Archivartikel

Im April 1119 legte Erkenbert als Ministerialer des Wormser Bischofs Burchard (Buggo) II. den Grundstein für das Augustiner-Chorherrenstift, die heutige Erkenbertruine. Bis dahin aber hatte er einen beschwerlichen Lebensweg zu meistern, wie aus dem Aufsatz „Frankenthals ,klösterliche’ Zeit. Die Stifte Groß- und Klein-Frankenthal“ des Autors Volker Christmann hervorgeht.

Geboren wurde Erkenbert in Worms um das Jahr 1080 als Sohn des Hochstiftministerialen Rigemar. „Den Namen erhielt er nach seinem Onkel Erkenbert, dem obersten Kämmerer des Bischofs“, schreibt Christmann. Selbst sei Erkenbert nie Kämmerer gewesen, wie es oft falsch dargestellt werde. Der spätere Stiftsgründer lebte demnach zunächst ein weltliches Leben, lernte lesen und schreiben und heiratete schließlich seine Frau Richlindis.

„Nach dem Tod seiner Eltern übernahm Erkenbert die Verwaltung des väterlichen Erbes und führte ein ritterliches Leben“, heißt es in dem Text. Später erkrankte er schwer, wurde aber angeblich durch die Gebete von Mönchen aus dem Schwarzwald geheilt. Nach der Genesung habe sich Erkenbert dazu entschlossen, sich vom Weltlichen abzuwenden und ein „Leben wie die Apostel“ zu führen. Er und seine Frau verteilten ihr Vermögen und lebten asketisch. Erkenbert war seitdem getrieben, für seine Gefährten eine Kirche und Gemeinschaft zu stiften – was er schließlich im Dorf Franconodal tat.

„Weihnachten 1132 starb Erkenbert und wurde am Tag des heiligen Stephanus (...) vor dem Hochaltar der Stiftskirche durch Bischof Buggo beigesetzt“, heißt es in der Überlieferung Christmanns. jei

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