Metropolregion

Landwirtschaft Weinernte in der Pfalz so gut wie beendet / Rund 2,5 Millionen Hektoliter Most

Erträge über dem Durchschnitt

Archivartikel

Neustadt.Die Weinlese an der Deutschen Weinstraße zwischen Bockenheim und Schweigen-Rechtenbach ist so gut wie abgeschlossen – so früh wie selten zuvor. Nur 2003, als es ähnliche Witterungsverhältnisse gab wie in diesem Jahr, endete die Weinernte in der Pfalz ähnlich früh. „Es hängen vielleicht noch maximal fünf Prozent der Trauben an den Stöcken,“ sagt Jürgen Oberhofer, Leiter der Gruppe Weinbau im Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) in Neustadt.

Sie werden auch hängen bleiben, denn die Fässer der Winzer sind voll: „Wir werden in der Endabrechnung auf einen Ertrag von 2,4 bis 2,5 Millionen Hektoliter Most kommen – das ist deutlich mehr als im Schnitt der vergangenen Jahre,“ hat Oberhofer vorsichtig hochgerechnet. Im vergangenen Jahr lag die Mostmenge in der Pfalz bei genau 2,016 Millionen Hektolitern.

Einige Winzer sind über den „Segen“ nicht einmal erfreut, denn die verbindliche Hektarertragsregelung zwingt sie dazu, die Übermenge bis Ende 2019 zu Industriealkohol zu destillieren. In der Pfalz, in Rheinhessen, an der Mosel und an der Nahe gibt es von der Landesregierung festgelegte Höchstmengen pro Hektar: 105 Hektoliter für Qualitäts- und Prädikatsweine, 150 Hektoliter für Landwein und 200 Hektoliter für Grundwein.

Große Erträge trotz Trockenheit

Die Hektarerträge an der Deutschen Weinstraße sind in diesem Jahr erstaunlich hoch angesichts der langen Wochen ohne jeden Niederschlag. „So richtig erklären können wir uns das auch nicht,“ gibt Oberhofer zu, „aber Reben wurzeln sehr tief und haben deshalb nur selten Wassermangel.“ Für strahlende Gesichter bei den Winzern sorgt aber nicht nur die Menge, auch die Qualität der Trauben lässt keine Wünsche offen. Oberhofer: „Wir haben gesunde Trauben wie selten zuvor – keine Fäulnis und keine Pilzerkrankungen und auch keine Probleme mit der Kirschessigfliege.“ Für den Schädling waren in der ganzen Pfalz die Witterungsbedingungen in diesem Jahr ausgesprochen ungünstig.

Die Mostgewichte waren in Anbetracht der idealen Witterung „sehr gut“ und sorgen für einen Alkoholgehalt zwischen 12,0 und 12,5 Prozent - „in einigen Bereichen auch bis 13,5 Prozent“. Dass es im September nachts kühler wurde, trage wesentlich zu einer intensiven Aromaentwicklung der einzelnen Rebsorten bei – bei auch moderaten Säuregehalten. „Früher hätte man von einem Jahrhundertwein gesprochen, aber ich bin mit solchen Vokabeln sehr vorsichtig“, sagt Oberhofer – zumal die Winzer in den zurückliegenden Jahren häufiger überdurchschnittliche Qualitäten ins Fass gebracht hätten.

An der Badischen Bergstraße hat die Winzergenossenschaft Schriesheim am Wochenende ihre Weinlese beendet, die sie am 4. September begonnen hatte. WG-Geschäftsführer Harald Weiss zeigt sich zufrieden; das Lesegut sei absolut gesund gewesen. So erwartet er sowohl gute Qualität als auch einen höheren Ertrag als im Jahr 2017.

An der Hessischen Bergstraße werden in dieser Woche noch rote Sorten wie zum Beispiel Spätburgunder gelesen. „Die Erträge liegen über dem Durchschnitt und die Qualität ist sehr gut“, sagt Dirk Herdner, Kellermeister der Bergsträßer Winzergenossenschaft rs/sin/-tin