Metropolregion

Freizeit Am Freitagnachmittag öffnen Labore und Institute in Mannheim und Heidelberg ihre Tore zur „Langen Nacht der Forschung"

Expedition ins Herz der Wissenschaft

Archivartikel

Heidelberg/Mannheim.Das Europäische Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) ist international vernetzt, doch die Heidelberger selbst kennen es kaum. So beschrieb Oberbürgermeister Eckart Würzner das Dilemma vieler Forschungseinrichtungen, deren Arbeit kaum an die Öffentlichkeit dringt.

Damit sich das ändert, initiiert das EMBL, wo Biologen, Chemiker und Physiker seit 1978 das Wirken von Zellen und Genen erforschen, zum zweiten Mal die „Nacht der Forschung“. Unter dem Motto „Expedition Neugier“ beteiligen sich 16 Partner in Heidelberg und Mannheim, unter anderem das Technomuseum, das Deutsch-Amerikanische Institut (DAI) und das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), die am 27. September von 15 Uhr bis Mitternacht ihre Türen für Besucher öffnen.

Die Nacht der Forschung beruht auf einem Förderprogramm der Europäischen Kommission, an dem sich rund 370 Städte in knapp 30 Ländern beteiligen. Menschen jeden Alters sollen sich mit wissenschaftlichen Themen, Fragen und Fakten beschäftigen und einen Eindruck gewinnen, wie Forschung funktioniert und welchen Einfluss sie hat. Das Angebot in der Metropolregion ist im Vergleich zur Premiere im vergangenen Jahr etwas größer und weniger auf die Naturwissenschaften ausgerichtet.

Mit Shuttelbus oder Fahrrad

So lädt das DAI zu einem Vortrag über Ernährung mit möglichst geringem Ressourcenverbrauch ein, während das Völkerkundemuseum in der Altstadt eigens ausgewählte Exponate zeigt und Studenten der Pädagogischen Hochschule (PH) Arbeiten ihrer Kunstkurse präsentieren. Die Auswahl erleichtern sollen fünf Routen, auf denen man mit dem Fahrrad oder einem eigens für die Nacht der Forschung bereitgestellten Shuttlebus von Station zu Station fahren kann. Ein Weg führt vom Centrum für Asienwissenschaften über das Institut für Umweltphysik, die Max-Planck-Institute für öffentliches und Völkerrecht bis zum EMBL und deckt die gesamte Zeitspanne ab. Wie die Besucher die Veranstaltung wahrnehmen, soll ein anonymer Fragebogen ergeben, den Mitarbeiter der PH auswerten . „An diese Auflage war die Förderzusage geknüpft“, erklärte Silke Schumacher, Direktorin für internationale Beziehungen am EMBL. Der Förderrahmen der EU laufe Ende des Jahres aus, bis dahin wollen sie und ihre Mitorganisatoren entscheiden, ob sie sich ein weiteres Mal bewerben.

Den Mehrwert für die beiden Städte am Neckar beschrieben Eckart Würzner und sein Kollege aus Mannheim, Oberbürgermeister Peter Kurz, mit der größeren internationalen Sichtbarkeit. Auch wachse ihre Bedeutung als Standorte der Wissenschaft an. Ihre Zusammenarbeit sei Ausdruck einer immer engeren Vernetzung. Man könne nicht mehr getrennt voneinander diskutieren und Entscheidungen treffen, betonte Peter Kurz.

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