Metropolregion

Mülldeponie Polizei schließt Brandstiftung und Defekt aus

Feuer hat sich selbst entzündet

Archivartikel

Heßheim.Der Brand auf dem Gelände der Mülldeponie zwischen Heßheim und Gerolsheim (Rhein-Pfalz-Kreis) ist Ermittlungen zufolge möglicherweise von einer Selbstentzündung aufgrund einer chemischen oder thermischen Reaktion ausgelöst worden. Ein technischer Defekt könne aktuell ausgeschlossen werden, teilte das Polizeipräsidium Rheinpfalz am Montag mit. Es gebe auch keine Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung. Am vergangenen Donnerstag war eine Halle der Firma Süd-Müll in Flammen aufgegangen, in der Wertstoffe und Sperrmüll sortiert worden waren. Erst am Freitag hatte die Feuerwehr die Flammen vollständig gelöscht.

Schaden von einer Million Euro

Der Schaden wird laut Polizei auf rund eine Million Euro geschätzt – ein Betrag, den Dominic Eberhardt als einer der drei Geschäftsführer des Abfall-Entsorgers gegenüber dieser Redaktion als realistisch einschätzt. Die Halle werde definitiv abgerissen, sagte Eberhardt. „Ich lasse da keinen meiner Leute mehr rein, das ist viel zu gefährlich“. Außerdem werde man überprüfen, inwieweit von Löschwasser kontaminierter Boden eventuell ausgetauscht werden müsse. Grundsätzlich werde man die Halle so schnell wie möglich wieder aufbauen. Süd-Müll werde die eingesammelten Abfälle auf andere Standorte und zu Mitbewerbern umleiten, was einen erhöhten logistischen und finanziellen Aufwand bedeute.

Selbstzündungen von Abfällen sind laut Eberhardt nichts Ungewöhnliches in der Branche und kommen immer dann vor, wenn Verbraucher Dinge dort entsorgten, wo sie nicht hingehörten. Immer wieder komme es beispielsweise vor, dass Lithium-Batterien im Hausmüll landeten und dann chemische Reaktionen auslösten, die zu Bränden führen könnten. Die rheinland-pfälzischen Regierungsfraktionen wollen den Brand in der kommenden Sitzung des Umweltausschusses thematisieren. 

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