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Kurioses Ein kreativer Unternehmer aus Bad Dürkheim sorgt für Aufsehen, weil er eine Stellenanzeige in pfälzischem Dialekt verfasst hat

Firmenchef sucht die „Cräm dela Cräm“

Archivartikel

Bad Dürkheim.Diese Stellenanzeige musste auffallen. Ein „Mondär/Meschaniger“ werde gesucht, heißt es da schwarz auf weiß in der Zeitung, „für die Cräm dela Cräm vunn de Baumaschienebronch“. Eine Anzeige in breitestem Pfälzisch – wann er die Idee dazu hatte, weiß Unternehmer Uwe Holla aus Bad Dürkheim noch genau. „Ich habe vor einigen Jahren eine Anzeige in Schwäbisch gelesen, in der ein Baggerfahrer gesucht wurde. Das hat mich fasziniert“, sagt der Diplom-Kaufmann. Was lag also näher, als eine eigene Stellenanzeige in Mundart zu verfassen?

Resonanz in Amerika

„Die Reaktionen waren gigantisch“, sagt er. „Wie ein Lauffeuer verbreitete sich das nicht nur in der Vorderpfalz, sondern in ganz Deutschland und in Übersee“, erzählt der Chef einer Baumaschinen-Firma. Eine Anzeige in Mundart ist ungewöhnlich, aber kann sie erfolgreich sein? Unbedingt, sagt Stefan Kleiner vom Institut für Deutsche Sprache in Mannheim. „In Zeiten von Fachkräftemangel hebt sich eine originelle Stellenausschreibung von der Masse ab“, sagt er. Dialekt werde von der Mehrheit der Einheimischen meist positiv gesehen. „Die Verwendung schafft sofort Vertrautheit und Sympathie. Und es handelt sich ja um eine lokale, keine überregionale Stellenanzeige.“ Ähnlich sieht es die Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz. „Bei regionaler Verbreitung kann eine Ausschreibung in Dialekt gut ankommen, weil sie mit der pfälzischen Lebensart in Verbindung gebracht wird und eine persönliche und kollegiale Unternehmenskultur impliziert“, sagt Tom Ankirchner, Leiter des Bereichs Weiterbildung. Ankirchner empfiehlt aber: „Überregional sollte man auf jeden Fall eine hochdeutsche Version veröffentlichen.“

Dialekt-Bedeutung nimmt ab

Insgesamt nimmt die Bedeutung von Dialekten ab, sagt Experte Kleiner. „Radio, Fernsehen und vor allem das Internet übernehmen zunehmend die Rolle der sprachlichen Gleichmacher.“ In Deutschland hielten die „Gebildeten“ häufig Dialektsprecher für ungebildet. „In manchen Regionen verläuft der Abbau langsamer, da haben die alten Dialekte noch große Bedeutung als Alltagssprache. Zu nennen wären etwa Saarland, Pfalz, Schwäbische Alb und Ostbayern“, meint er.

Wie recht Kleiner hat, zeigt unter anderem eine Digitaltafel in Niederhorbach. In dem Ort im Kreis Südliche Weinstraße werden Autofahrer von einer Tempoanzeige in Pfälzisch zur Ordnung gerufen. „Uffbasse“, leuchtet es groß in Rot, wenn die Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometer überschritten werden. Bleibt der Fahrer unter der Marke, lobt die Tafel: „Basst“.

Die Geschichte mit Hollas Anzeige hat übrigens bisher kein Happy End. „Wir hatten zwar wesentlich mehr Bewerbungen – aber die Qualität war leider nicht auf dem geforderten Niveau“, sagt der Unternehmer. Die überregional bekannte Anzeige hat er nun erneut geschaltet. „Falls kein Erfolg eintritt“, meint Holla, „lass ich mir etwas Neues einfallen.“ Und fügt hinzu: „Isch arbeit schunn on de nächste Ohzäch.“

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