Metropolregion

Pandemie Flächentestung in Hockenheim bringt weitere acht Infizierte / Neue Fälle auch an Pfälzer Schulen

Flüchtlingsunterkunft unter Quarantäne

Archivartikel

Rhein-Neckar.Der Corona-Ausbruch in einer Heidelberger Verpackungsfirma hat nun dazu geführt, dass auch eine Flüchtlingsunterkunft in Hockenheim unter Quarantäne gestellt worden ist. Wie der Rhein-Neckar-Kreis am Freitag mitteilte, hat die Flächentestung des Gesundheitsamtes ergeben, dass das Virus neben den bereits bekannten fünf Fällen bei weiteren acht Bewohnern nachgewiesen werden konnte. Fünf Ergebnisse stehen noch aus.

Die insgesamt 75 Bewohner lebten zunächst in der Unterkunft im ehemaligen Schwetzinger Hotel Atlanta, mussten aber nach einem Feuer nach Hockenheim umziehen. Eigentlich sollten sie im Oktober wieder ins Hotel Atlanta zurückkehren, das inzwischen saniert wurde. Einige der Bewohner, bei denen das Virus nachgewiesen wurde, arbeiteten bei einer Heidelberger Verpackungsfirma. Dort hatten sich insgesamt 35 Beschäftigte mit dem Virus infiziert.

Kontaktpersonen informiert

Das Gesundheitsamt des Rhein-Pfalz-Kreises meldet am Freitag weiterer positive Corona-Testergebnisse. Neben den bereits genannten Fällen in der Anne-Frank-Realschule, der Albert-Einstein-Schule (beide Ludwigshafen) sowie dem Hans-Purrmann-Gymnasium in Speyer, kommen nun je ein Fall in der Goethe-Schule-Nord, Rupprechtschule und IGS Edigheim (Schulen der Stadt Ludwigshafen) sowie der Grundschule Am Neuberg in Rödersheim-Gronau und dem Gymnasium im Paul-von-Denis-Schulzentrum in Schifferstadt hinzu. Die betroffenen Klassenstufen nennt eine Kreissprecherin auf Anfrage dieser Redaktion nicht: „Wir wollen keine Panik verbreiten, sondern informieren, deshalb nennen wir nur die Schulen“, betont sie. Die betroffenen Schüler, Eltern und das Lehrpersonal seien natürlich umgehend darüber informiert worden. Über Schulschließungen werde derzeit nicht nachgedacht. „Das ist immer die letzte Lösung, so lange etwas anderes möglich ist, werden wir eine Schule nicht schließen.“

Aufgrund der dynamischen Lage und einer einheitlichen Regelung der Kommunen untereinander würden alle Kontaktpersonen der Infizierten in Kategorie 1 eingestuft (direkte Kontaktpersonen) und als Vorsichtsmaßnahme in eine 14-tägige Quarantäne geschickt. Eine Testung der Personen auf das Corona-Virus soll nach fünf bis sieben Tagen erfolgen. Die Ermittlungen seitens des Gesundheitsamtes liefen weiterhin auf Hochtouren.

Die Infizierten seien größtenteils Reiserückkehrer aus Kroatien, Bulgarien, Mazedonien, Malta, der Türkei und Bosnien. Die Infizierten hätten keine bis leichte Symptome. „Es zeigt sich, dass die Verpflichtung zur Testung der Reiserückkehrer aus Risikogebieten eine gute Entscheidung war. Viele Personen zeigen gar keine Symptome und wussten nicht, dass sie das Virus in sich tragen“, betont Landrat Clemens Körner. 

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