Metropolregion

Tiere Aktion Pfalzstorch zieht positive Bilanz des Bestands / Warme Witterung begünstigt Entwicklung der Vögel

Freude über regen Storchennachwuchs

Bornheim.Als vor genau 20 Jahren im südpfälzischen Weindörfchen Bornheim die „Aktion Pfalzstorch“ gegründet wurde, betreuten die Initiatoren um den damaligen CDU-Landtagsabgeordneten Dieter Hörner gerade mal sechs Störche. Gestern gab das rheinland-pfälzische Storchenzentrum in Bornheim eine Bilanz der Storchenpopulation bekannt, die beeindruckt: Die Ehrenamtlichen Ingrid Dorner, Manfred Conrad und Christian Reis, die die Tiere beringen, zählten in diesem Jahr landesweit 324 freifliegende Brutpaare, die für 735 inzwischen ausgeflogene Jungvögel sorgten.

Von diesen sind die meisten schon auf ihrem Weg in die südlichen Winterquartiere. Von zwei Störchen, die mit Sendern ausgestattet wurden, weiß man bereits ihren aktuellen Standort: Sie haben Spanien erreicht, wo sie möglicherweise, wie viele andere Störche, auf einer der zahlreichen Müllkippen mit einem großen Nahrungsangebot überwintern werden. Insgesamt 29 Pfälzer Störche wurden mit solchen leichten Sendern „bestückt“, damit man ihren Weg in den Süden verfolgen kann.

Vor allem in der Südpfalz präsent

Die meisten der mehr als 1000 Weißstörche in Rheinland-Pfalz verbringen die warmen Sommermonate in der Südpfalz. Dort sorgten 146 Brutpaare rund um Bornheim für regen Nachwuchs: 316 Jungstörche wurden gezählt. In der nördlichen Vorderpfalz und in Rheinhessen bezogen 99 Brutpaare ihre Nester, die sie mit 200 inzwischen ebenfalls ausgeflogenen Jungvögeln bewohnten, und in der Nord- und Westpfalz wurden 79 Brutpaare mit 219 Jungvögeln registriert.

Die Witterung meinte es in diesem Jahr gut mit den Störchen, denn es gab keinen Frost und damit auch keinen „Jungstorch-Tod“ in den zugigen Nestern auf Kaminen, Dächern und Bäumen. Die folgenden heißen Wochen waren für die wärmebedürftigen Störche sogar ausgesprochen gut, denn sie fanden auf den Wiesen und Äckern Nahrung fast im Überfluss – Mäuse, Kleingetier und Insekten. „Wir können für 2018 eine überaus positive Bilanz vorlegen,“ sagte Christiane Hilsendegen, die Leiterin des Bornheimer Storchenzentrums, „das haben wir leider nicht jedes Jahr.“ rs