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Medienkompetenz Azubi Smart Camp bringt 40 Auszubildenden Cybersicherheit, Datenschutz und das Posten in Sozialen Netzen bei

Gefahren des Internets erkennen

Wiesloch.Wie reagiert man als Unternehmen auf negative Kommentare von Nutzern im Internet? Schlagfertigkeit sei oft eine gute Taktik, erklärt Workshop-Geber Philip Hinken. Dies könne aber auch nach hinten losgehen, wie ein Bespiel der Smoothie-Marke „True Fruits“ zeige. Nutzer im Internet hatten sich über einen sexistischen Text auf der Verpackung eines Produkts des Unternehmens beklagt – „True Fruits“ wies die Kritik von sich. Über die Fallstricke und Chancen sozialer Medien werden insgesamt 40 Auszubildende der Firmen MVV, Roche Diagnostics und Heidelberger Druckmaschinen AG weitergebildet. Das „Azubi Smart Camp“ findet in den Räumlichkeiten der Heidelberger Druckmaschinen AG in Wiesloch statt. Am Montag besuchten die Teilnehmer theoretische Workshops, am Dienstag ist die Praxis dran: Inhalte für soziale Netzwerke werden erstellt. Die zweitägige Weiterbildungsveranstaltung wird von der digitalen Bildungsinitiative „BG3000“ in Kooperation mit dem Ausbildungsnetzwerk „World Skills Germany“ durchgeführt.

Berufliche und private Nutzung

Dabei liegt der Fokus zwar auf der Nutzung Sozialer Medien im beruflichen Kontext, doch auch was die jungen Erwachsenen privat ins Netz stellen, ist Thema. „Ich habe gelernt, dass ich, wenn ich etwas online stelle, dabei auch der Firma schaden könnte“, sagt Daniel Baumann (18), Auszubildender zum Fachinformatiker bei der Heidelberger Druckmaschinen AG. Das private Verhalten im Netz werde oft auf den Arbeitgeber übertragen, sagt Markéta Teutrine zu den Teilnehmern ihrer Runde.

Datenschutz ist Gegenstand eines anderen Workshops. Ascha Ahmed (25), die ihre Masterarbeit im im Fach Wirtschaftspädagogik bei Roche Diagnostics schreibt, lernt dort etwas Neues: „Auch bei alltäglichen Dingen begreift man gar nicht, was für Daten man von sich preisgibt. Darauf aufmerksam zu werden, fand ich spannend.“

Im Arbeitsmodul zum Thema „Hacking“ lernen die Auszubildenden etwas über sichere Passwörter, Spam-E-Mails und was sie tun können, wenn sie einen Account im Internet wieder löschen wollen. Medientrainer Chris Wojzechowski will den Auszubildenden näherbringen, das Internet als „richtiger Anwender zu verstehen“, nicht nur als Nutzer. Dabei geht er auch auf künstliche Intelligenzen ein. Er zeigt zwei Bilder von jungen Frauen – eins davon wurde nicht aufgenommen, sondern am Computer erschaffen. Nur mit genauer Beobachtung könne man solche Fälschungen erkennen.

Rainer Haus, Leiter der Beruflichen Bildung der Heidelberger Druckmaschinen AG, erklärt das Ziel des „Azubi Smart Camps“: „Ein Messer kann ich nutzen, um mir damit ein Essen zuzubereiten, ich kann es aber auch nutzen, um meinen Nachbarn zu erstechen. Also kann ich Gutes und Schlechtes damit machen. Genauso ist es mit Sozialen Medien.“

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