Metropolregion

Sicherheit Mannheim und Ludwigshafen wollen mit EU-Geldern ein gemeinsames Warn-Konzept erarbeiten / Bisher schon enge Zusammenarbeit

„Gefahren kennen keine Stadtgrenzen“

Mannheim.Die Städte Mannheim und Ludwigshafen erarbeiten zusammen ein „Lokales Warnkonzept“, um die Bürger bei Unglücks- und Katastrophenfällen noch besser informieren zu können. Das wird mit Geldern der Europäischen Union und der Bundesregierung aus dem „Fonds Innere Sicherheit“ gefördert. Das teilte Christoph Unger, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), anlässlich des bundesweiten Warntages am Rheinufer im Mannheimer Hafen mit.

Als überall die Sirenen zur Probe losheulten, spritzte das Mannheimer Feuerlöschboot mit seiner Löschkanone in die Höhe. Das von beiden Bundesländern sowie der Chemischen Industrie finanzierte Löschboot ist nur eines von vielen Beispielen, dass es im Notfall in der Region eine ganz enge Zusammenarbeit der Feuerwehren gibt. Ein „Best-Practice-Beispiel“ und „vorbildhaft“, nannte dies BBK-Präsident Unger und begrüßte, dass die Kooperation nun noch enger werden soll. „Gefahren kennen keine Stadt-und Landesgrenzen“, begründete dies Jutta Steinruck, die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin, während ihre Feuerwehrleute Fahrzeuge vorführten, mit denen sie schon oft Mannheimer Kollegen bei Einsätzen unterstützten. Künftig werde man sich „noch breiter aufstellen“, kündigte Steinruck an.

Schadstoffe analysieren

Beide Städte wollen das Luftmesssystem, das Schadstoffe analysiert, digitalisieren und anhand von Ausbreitungsberechnungen direkt mit dem Warnsystem verknüpfen. „So kann man gezielt da warnen, wo Menschen betroffen sind“, kündigte Mannheims Erster Bürgermeister Christian Specht an. Auch Unwetterwarnungen wolle man möglicht „lokal differenzieren“, weil sogenannte „Starkregenereignisse“ ja oftmals nur wenige Stadtteile betreffen. „So können wir Menschen und Sachwerte besser schützen“, so Specht. Schließlich soll bei dem Projekt auch untersucht werden, wie Bürger mit Migrationshintergrund besser für Warnungen und Verhaltenstipps erreicht werden können. „Das müssen wir angehen, und dafür sind diese Städte, wo 40 Prozent der Bürger Migrationshintergrund haben, optimal geeignet“, ergänzte Präsident Unger. „Wir müssen alle zur Verfügung stehenden Warnmittel nutzen“, betonte der für Katastrophenschutz in Rheinland-Pfalz zuständige Staatssekretär Randolf Stich.

„Nur wer weiß, wie Warnung funktioniert, kann im Ernstfall auch entsprechend handeln und damit sich und andere schützen“, sagte Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl, der anlässlich des Warntags eigens nach Mannheim gekommen war. Sirenen seien ebenso wichtig wie Warn-Apps fürs Handy als „Sirenen für die Hosentasche“, so Strobl. Doch während die Sirenen heulten, schaute er vergeblich auf sein Handy – die digitale Warnnachricht blieb aus, und nicht nur beim Minister gab es Pannen und Verzögerungen. „Daher müssen wir wieder üben, dass es im Ernstfall klappt“, sagte Strobl.

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