Metropolregion

Obduktion Zehnjährige und 13-Jähriger laut Staatsanwaltschaft schon vor dem Brand tot / Schule will Klassenkameraden bei Trauerarbeit unterstützen

Geschwister durch Gewalteinwirkung gestorben

Archivartikel

Mörlenbach.Es sind grausame Details, die nach dem Familiendrama im südhessischen Mörlenbach (Kreis Bergstraße) Stück für Stück ans Licht kommen. Gestern hat die Staatsanwaltschaft Darmstadt das Ergebnis der Obduktion der beiden Geschwister mitgeteilt. Demnach waren das zehnjährige Mädchen und der 13 Jahre alte Junge bereits tot, bevor das Feuer in dem Haus ausbrach. Nach Angaben der Behörde starben sie infolge „von stumpfer und scharfer Gewalt.“ Näheres ist zu den Umständen nicht zu erfahren.

Ob die Kinder vor ihrem gewaltsamen Tod betäubt wurden, sei indes noch nicht klar. „Solche Fragen lassen sich üblicherweise erst durch eine toxikologische Untersuchung klären. Diese dauert meist mehrere Tage“, sagt Oberstaatsanwalt Knut Happel auf Nachfrage dieser Zeitung. Die Untersuchungen dauern noch an. Durch den Brand im Anwesen wurden einige Räume beschädigt, der Ort der Brandentstehung wird noch ermittelt.

Der 58-jährige Vater und die 46-jährige Mutter der beiden Kinder befinden sich, nachdem das Amtsgericht Bensheim einen Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen Mordes erlassen hat, in Untersuchungshaft. Gegenüber dem Haftrichter haben die beiden Beschuldigten keine Angaben gemacht.

Schweigeminute für Kinder

Die Betroffenheit in Mörlenbach ist nach wie vor groß. Auf unterschiedliche Art und Weise versuchen die Menschen, mit dem Erlebten umzugehen. So wurde am Wochenende im Gottesdienst in der katholischen Kirche Mörlenbach der getöteten Kinder mit einer Schweigeminute gedacht. Auch in den Fürbitten beteten die Gläubigen für die Familie sowie die Hilfskräfte von Feuerwehr, Polizei und Sanitätsdienst. Wie Diakon Martin Huber von der Pfarrgemeinde St. Bartholomäus mitteilt, werden auch noch mit der evangelischen Kirchengemeinde Gespräche geführt, wie das Erlebte gemeinsam aufgearbeitet werden kann.

Bereits am Samstag stand bei Martin Huber das Telefon nicht still, wie er sagt. Er hat Gespräche mit Nachbarn und Klassenkameraden der getöteten Kinder geführt. „Das Unfassbare ist schwer in Worte zu fassen. Als Seelsorger sind Pater Cyril und ich natürlich da“, sagt Huber.

„Sind geschockt und fassungslos“

Die getöteten Geschwister waren Schüler des Werner-Heisenberg-Gymnasiums in Weinheim. In einer schriftlichen Erklärung hat sich die Schule zu dem tragischen Vorfall geäußert. Darin heißt es: „Das Werner-Heisenberg-Gymnasium trauert um zwei Schüler. Wir sind geschockt und fassungslos. Am 31. August sind zwei unserer Schüler auf tragische Weise ums Leben gekommen. Am ersten Schultag und in den ersten Tagen des neuen Schuljahres werden wir die Schülerinnen und Schüler unserer Schule in ihrer Trauerarbeit unterstützen und begleiten, damit das Unfassbare verarbeitet wird.“ ank/vmr

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