Metropolregion

Natur Kommunale Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage zieht gemischte Bilanz für 2019

„Gesicht“ der Kabs nimmt Abschied

Archivartikel

Speyer.Die Schnakenjäger am Rhein ziehen ein gemischtes Fazit des ablaufenden Jahres. „Es gab vier Spitzenzeiten, davon die höchste Ende Mai – und ausgerechnet da waren unsere beiden Hubschrauber leider nicht einsatzfähig“, sagte Norbert Becker von der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) in Speyer. Mit der Bekämpfung der Plagegeister zu Fuß sei zwar einiges eingedämmt worden. „Aber stellenweise war die Belästigung durch die Stechmücken doch stark.“

Viele Brutstätten der Schnaken können nur aus der Luft bekämpft werden. Vom Helikopter aus verteilt die Kabs den biologischen Wirkstoff Bti, der die Larven der Stechmücken tötet. Wegen defekter Helikopter, unter anderem war ein Hubschrauber ausgebrannt, hatten die Experten die kleinen Blutsauger nicht wie gewohnt abtöten können – daraufhin waren an vielen Stellen insbesondere nördlich von Rastatt die Schnaken ungehindert geschlüpft. Das Kabs-Einsatzgebiet reicht vom Kaiserstuhl im Süden bis Hessen und das rheinland-pfälzische Bingen im Norden.

2020 drei Hubschrauber im Dienst

Die Organisation verfüge 2020 über einen weiteren Hubschrauber, sagte Becker. Das Fluggerät aus Nordamerika soll Ende Januar per Schiff Europa erreichen. Der Helikopter wird dann in Hockenheim stationiert. Der Biologe Becker, der als „Gesicht“ der Kabs gilt, wird Ende des Jahres aber seinen Abschied nehmen – im Alter von 71 Jahren. Er war seit 1981 wissenschaftlicher Direktor der Organisation und wird weiter beratend zur Seite stehen – und einer Lehrtätigkeit in Heidelberg nachgehen. „Als Wissenschaftler hört man nie ganz auf.“

Schon deshalb nicht, weil sich die Kabs durch den Klimawandel zunehmend auch mit anderen Mücken befassen muss. So hatten Becker und sein Team 2007 Eier der asiatischen Tigermücke zwischen Basel und Offenburg entdeckt. Sie waren als blinde Passagiere in Lkw-Containern nach Europa gekommen und übertragen in ihrer Heimat gefährliche Krankheiten wie Dengue- und Chikungunya-Fieber. Mittlerweile ist die Tigermücke auch in Heidelberg und Ludwigshafen nachgewiesen worden und die Kabs setzt alles daran, sie zurückzudrängen.

Nachfolger von Norbert Becker wird der aktuelle Kabs-Regionalleiter für Hessen, Dirk Reichle. 

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