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Justiz Landgericht Frankenthal verurteilt 37-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung zu viereinhalb Jahren Gefängnis

Haftstrafe nach Hammer-Attacke

Archivartikel

Frankenthal.Nach einem Angriff mit einem Hammer im pfälzischen Altrip muss ein 37 Jahre alter Mann wegen gefährlicher Körperverletzung viereinhalb Jahre ins Gefängnis. Wie berichtet, war der Iraker wegen versuchten Mordes angeklagt. „Der Vorsatz hinsichtlich einer versuchten Tötung konnte dem Angeklagten im Rahmen der Hauptverhandlung nicht nachgewiesen werden“, sagt ein Sprecher des Frankenthaler Landgerichts am Montag.

Mit dem Urteil folgte die Erste Große Strafkammer dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Vertreter der Nebenklage hatten auf fünf Jahre und sechs Monate plädiert, während der Verteidiger des Irakers einen Freispruch gefordert hatte.

Die Anklage war davon ausgegangen, dass der Iraker seine Ehefrau im März 2019 mit einen 1,2 Kilogramm schweren Hammer angegriffen hat. Dabei habe er ihren Tod zumindest billigend in Kauf genommen. Durch ihre Hilfeschreie seien andere Familienmitglieder im Haus aufmerksam geworden und der Frau zu Hilfe geeilt. Sie hätten den 37-Jährigen zunächst überwältigt und aus dem Altriper Anwesen hinaus auf die Straße gedrängt. Laut Anklage versuchte der Mann zu fliehen, woraufhin seine Schwägerin ihn verfolgte. Dabei sei es zu der Attacke mit dem Werkzeug gekommen.

Wie die Anwälte der beiden verletzten Frauen beim Prozessauftakt im August erklärten, leiden beideheute noch sehr unter dem Vorfall. Der Angeklagte, der seit 18 Jahren in Deutschland lebt und strafrechtlich noch nie in Erscheinung getreten ist, hat den Tatvorwurf im Wesentlichen bestritten. Vor Gericht erzählte er eine völlig andere Geschichte: So sprach er sprach gestenreich davon, dass er zu seiner von ihm getrennten Ehefrau „ein gutes Verhältnis“ hatte, seine drei Kinder an den vereinbarten Tagen abgeholt hat und mit ihr regelmäßig über einen Nachrichtendienst kommunizierte.

Erst als ein Bekannter ihm erzählt, dass sie mit den beiden größeren Kindern in den Irak reisen wolle, habe er Panik bekommen. Nachdem Polizei und Jugendamt nichts unternommen hätten, sei er mit einem Nachschlüssel in das Altriper Anwesen eingedrungen, um etwas über die geplante Reise zu erfahren. Dabei habe ihn seine Frau erwischt und sofort geschrien.

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