Metropolregion

Corona-Pandemie Offener Brief aus dem Kulturbüro der Metropolregion an die Minister

Hilferuf von der Basis

Archivartikel

Rhein-Neckar.Vor einem „täglich bedrohlicher werdenden Exodus der uns umgebenden Kulturlandschaft“ hat das Kulturbüro der Metropolregion Rhein-Neckar gewarnt. „Die überwiegende Zahl unserer Künstler steht vor dem Ruin“, heißt es in einem offenen Brief, der an die zuständigen Minister der Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen sowie an Kultur-Staatsministerin Monika Grütters im Bundeskanzleramt gerichtet ist.

Absender des Briefs ist Robert Montoto, Leiter des Kulturbüros der Metropolregion. Entstanden ist das Schreiben in der Fokusgruppe Literatur, der leitenden Instanz des länderübergreifenden Literaturnetzwerkes. Mitunterzeichnet haben viele weitere Akteure, etwa Carolin Callies, verantwortlich für die Ladenburger Literaturtage, oder die Kulturamtsleiterinnen von Heidelberg und Lorsch, Andrea Edel und Gabi Dewald. Sie seien „aufs Höchste besorgt“, weil insbesondere die kleineren, in persönlicher Haftung getragenen Kultur-Initiativen die Corona-Pandemie nicht überleben würden. „Der Zeitdruck ist immens“, mahnen die Unterzeichner. „Viele der Betroffenen werden ohne Perspektive und ohne Einnahmequellen nicht bis nach dem Sommer durchhalten können, sondern bereits früher ihre Türen für immer schließen“, heißt es in dem Schreiben. Daher fordern die Absender die Minister auf, „sich Kraft Ihres Amtes energisch einzusetzen für den Fortbestand einer so bedrohten wie schützenswerten Errungenschaft unserer Gesellschaft“. Ohne den „rückhaltlosen Einsatz“ der Politik werde man „nach Corona in einer kulturellen Wüste erwachen“.

Langer Fragenkatalog

Der Brief ist mit einem langen Fragenkatalog versehen, ob und wie Mittel aus der Corona-Soforthilfe des Bundes für bedürftige Kulturschaffende in dem jeweiligen Bundesland durch Landesmittel aufgestockt werden können oder welche Hilfen sonst denkbar sind. Zugleich empfehlen die Absender, die Kulturverwaltungen der Städte und Kulturbeauftragten vor Ort einzubeziehen.

„Viele Bundesländer helfen ja schon“, erläuterte Robert Montoto auf Nachfrage: „Aber an der Basis gibt es die heftige Klage, dass da nichts ankommt.“ Die Mittelweiterleitung von den Ländern werde indes sehr unterschiedlich gehandhabt und sei „intransparent“,beklagt er. Aus dieser Sorge heraus wäre der Brief entstanden. Er wolle ihn aber nicht nur als Hilferuf verstanden wissen, sondern auch „als konstruktiven Beitrag, dass wir als Kulturbüro gerne bereit sind, Kontakte herzustellen und zu moderieren“.

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