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„Hilfloses Opfer hingeschlachtet“

Archivartikel

Landau.Im Revisionsprozess um den brutalen Raubmord an einer 86-Jährigen aus Mörlheim hat die Dritte Strafkammer des Landauer Landgerichts das Urteil der ersten Instanz gegen zwei 27 und 31 Jahre alte Männer bestätigt. Somit ändert sich weder an der lebenslangen Haft noch an der festgestellten besonderen Schwere der Schuld etwas. Eine Entlassung nach 15 Jahren ist nicht möglich.

Die Richter der Ersten Strafkammer hatten es im ersten Verfahren als erwiesen angesehen, dass das Duo und ein Komplize die allein lebende Seniorin nachts in ihrem Haus am Ortsrand überfallen, misshandelt, ausgeraubt und die sterbende Frau sich selbst überlassen hat.

Der Jüngere der beiden hatte nach Angaben seines Verteidigers, Alexander Grassmann, gehofft, aufgrund seines Geständnisses von der Kronzeugenregelung zu profitieren, die eine Milderung der Strafe auf zehn Jahre ermöglicht. „Sie haben zwar zur Aufklärung beigetragen, aber das war kein einfacher, schneller Mord“, betont der Vorsitzende Richter Helmut Kuhs. Die Männer hätten eine alte hilflose Frau auf eine menschenverachtende Weise „hingeschlachtet“. So hatte die Rechtsmedizinerin 30 Verletzungen - darunter Rippenserienbrüche und eine Lungenquetschung  - festgestellt. Zudem hatte der Jüngere die alte Dame zweimal dermaßen ins Gesicht getreten, dass sich der Abdruck seiner Schuhsole auf der Wange abgezeichnet hatte.

Auch die Tatsache, dass ein Kind als Türöffner benutzt worden sei, lasse keine Milderung der Strafe zu. Die Urteilsverkündung wurde vom lautstarken Protest des 27-Jährigen begleitet. Den Justizbeamten und Polizisten im Saal gelang es aber, ein Eskalieren der Situation zu verhindern.

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