Metropolregion

Landwirtschaft Bei Mutterstadt liegt die größte Plantage für das beliebte Strauchobst in der Pfalz

Himbeer-Ernte ist reine Handarbeit

Mutterstadt.Die größte Himbeer-Plantage der Pfalz entsteht zur Zeit im Süden des Ludwigshafener Stadtteils Ruchheim. Auf einer überwiegend gepachteten Ackerfläche von rund 50 000 Quadratmetern baut der Mutterstadter Landwirt Peter Fehmel mit seinem Sohn Jochen ein riesiges begehbares Tunnelsystem aus gleißendem Edelstahl, das zum Schutz der Sträucher vor negativen Witterungseinflüssen wie Hagel, Starkregen oder Frost mit einer lichtdurchlässigen milchigen Folie überzogen wird.

Drei verschiedene Sorten

In den Tagen vor Pfingsten seien bereits die ersten getopften Himbeersträucher in den künftigen Gewächshaushallen eingebaut worden - die ersten tragen bereits Früchte. Zuvor mussten dort ein großes gläsernes Treibhaus demontiert und der Boden rekultiviert werden. Die ersten jungen Himbeersträucher wachsen in Töpfen auf einem Biosubstrat und werden nach der Ernte durch eine neue Partie Jungsträucher ersetzt. "Es wird drei verschiedene Sorten geben - früh, mittel und spät," ist die einfache Rechnung von Fehmel.

Die Höhe der finanziellen Investition wollte Fehmel nicht nennen - doch ein Blick auf das riesige Gelände und den weithin sichtbaren Edelstahl genügt, um wohl von einem gewaltigen landwirtschaftlichen Projekt zu sprechen.

Himbeeren gehören wie Brombeeren, Heidelbeeren, Stachelbeeren und Holunder zum Strauchobst und werden in Rheinland-Pfalz nirgendwo in diesem Umfang angebaut wie bald bei Mutterstadt. Wie aus einer Statistik des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz in Bad Ems hervorgeht, wurden 2016 im Land von 59 Betrieben auf einer Fläche von etwa 300 Hektar Strauchbeeren angebaut. Ertrag: etwa 1550 Tonnen. In der Pfalz waren es - so eine Schätzung des Arbeitskreises Erwerbsobstbau (Böhl-Iggelheim) - insgesamt etwa 75 Hektar. Der Himbeeranbau im gesamten Land entwickelte sich auf rund 40 Hektar und erbrachte einen Jahresertrag von 360 Tonnen.

Hohe Personalkosten

Nach den Erdbeeren gelten die Himbeeren hierzulande als das edelste Strauchobst. Mit nur 34 Kilokalorien pro 100 Gramm ist es auch für figurbewusste Menschen problemlos und kann zu Gelee und Marmelade, Kompott und Saft, Kaltschale und Fruchtgrütze verarbeitet werden. Gesund sind die Himbeeren durch ihren hohen Vitamingehalt und die zahlreichen Spurenelemente sowie Magnesium, Phosphor uns Kalzium.

Einen Nachteil hat dieser bis zur zwei Meter hohe Strauch allerdings für die Landwirte: Die Früchte müssen per Hand geerntet werden: "Wir haben deshalb sehr hohe Personalkosten", so Fehmel. rs