Metropolregion

Hochstraße Süd: Abriss oder Ertüchtigung?

Archivartikel

„Reißt sie ab“ – in dieser Deutlichkeit hat Christian Baldauf, CDU-Fraktionschef im Mainzer Landtag, Mitte Oktober gefordert, die seit August gesperrte Hochstraße Süd schnell dem Erdboden gleichzumachen. Gleichzeitig sprach er sich dafür aus, anschließend sofort mit einem Wiederaufbau zu beginnen. Damit gab er gleichzeitig die Sichtweise der Ludwigshafener CDU-Fraktion wieder. Geäußert haben sich in den vergangenen Monaten einige Landespolitiker zur vertrackten Verkehrssituation am Rhein. Sie vergaßen dabei nie, auf die Tatsache zu verweisen, dass die Baulast, also die Verantwortung für das was mit den Straßen geschieht, letztlich bei der Stadt selbst liege. Auch das Neuigkeitenzimmer – so der Name der Presseabteilung des Bundesverkehrsministeriums – lehnte es mit diesem Hinweis ab, sich in die inneren Angelegenheiten Ludwigshafens einzumischen.

Der Tenor von dort: Man sei miteinander im Gespräch, aber es sei Vertraulichkeit etwa auch in Finanzierungsfragen vereinbart worden. Trotz der Zuspitzung der Problematik für Pendler und Wirtschaftsunternehmen bleibt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auf Abstand und somit in der Rolle des Beobachters.

Der Ruf nach der dritten Rheinbrücke

Unter den Berufspendlern in der Metropolregion ist derweil der Ruf nach einer dritten Rheinbrücke populär. Selbst Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte Ende September, dass in der Region eine dritte Rheinbrücke notwendig wäre. Sie tat das in dem Wissen, dass es dafür zwar eventuell Applaus, aber keine schnelle Baugenehmigung geben wird. Der Grund: Weder im Bundesverkehrswegeplan 2030 noch im Bedarfsplan von 2016 ist sie vorgesehen. Die Altriper hatten sich schon früher erfolgreich gegen eine solche Trasse gewehrt. Ein weiteres Argument gegen eine weitere Rheinbrücke für Autofahrer kommt vonseiten der Grünen. Bernhard Braun, Ludwigshafener und Fraktionsvorsitzender in Mainz, forderte zuletzt massive Investitionen in den ÖPNV in der Region und befeuerte die „sinnvolle Diskussion um eine Fahrrad- und Fußgängerbrücke“. Einer weiteren Entlastungsvariante nahm der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Volker Wissing zuletzt das Gewicht: Ein Tunnel sei unwirtschaftlich und daher unrealistisch, sagte er im Landtag. Die Hochstraße Süd müsse ertüchtigt werden.

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