Metropolregion

Hochstraße Süd: Einsturzgefahr - weitere Sperrungen

Archivartikel

Ludwigshafen/Mannheim.Die Sperrungen wegen der maroden Hochstraße Süd in Ludwigshafen verschärfen sich. Davon ist auch der rheinüberschreitende Straßenbahnverkehr nach Mannheim betroffen, er wird über die Schumacher-Brücke umgeleitet. Nach Empfehlung eines Gutachters hatte die Stadtverwaltung kurzfristig am Freitagnachmittag zwei wichtige Durchfahrten unter der Hochstraße bis auf weiteres gesperrt – an der Straßenbahnauffahrt zur Adenauer-Brücke und an der Mundenheimer Straße. Damit können die Bahnen und Busse nicht mehr den Nahverkehrsknotenpunkt Berliner Platz anfahren, sagte Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD).

„Wir sind zwar grundsätzlich auf diesen Fall vorbereitet, müssen aber einen Notfallplan für Straßenbahnen und Busse erstellen“, erklärte Christian Volz, Geschäftsführer der Rhein-Neckar-Verkehr (RNV) GmbH. Viele Linien im Streckennetz würden aufgeteilt. Beeinträchtigungen für die Fahrgäste seien nicht zu vermeiden.

Die 500 Meter lange Pilzhochstraße, die wegen Rissen in der Tragkonstruktion seit dem 22. August für den Verkehr komplett gesperrt wurde, sei einsturzgefährdet, sagte der Projektleiter Björn Berlenbach. Es könne nicht garantiert werden, dass das 60 Jahre alte Bauwerk sein eigenes Gewicht noch tragen könne. Dies hätten Untersuchungen in dieser Woche ergeben.

Eine akute Einsturzgefahr für die Hochstraße besteht laut Steinruck aber nicht. Die weiteren Sperrungen seien vorsorglich erfolgt. Gleichwohl wird die Brückenkonstruktion nun täglich überprüft. Von den Sperrungen sind bis auf weiteres auch alle Fahrzeuge sowie Radler und Fußgänger betroffen. Autos sollen über die Saarland- und Lagerhausstraße ausweichen. Die Diskothek Musikpark bleibt geschlossen, denn die Rettungswege unter der Hochstraße können nicht mehr genutzt werden.

Bis Mittwoch, 27. November, können noch Straßenbahnen in die südlichen Stadtteilen Ludwigshafens über die Berliner Straße fahren. Danach wird diese Unterführung unter der Hochstraße ebenfalls gesperrt. „In den nächsten Tagen ist eine Durchfahrt nur mit Einzelgenehmigung eines Prüfers möglich“, verdeutlichte die Rathauschefin den Ernst der Lage. In den nächsten Wochen soll mit provisorischen Stützen versucht werden, eine Verbesserung zu erreichen.

„Dass erneut Sperrungen notwendig geworden sind, trifft uns überraschend", sagte Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) einer Mitteilung zufolge. "Wir müssen darauf setzen, dass die Teile der Hochstraße Süd, unter denen die Bahnen queren, so schnell wie möglich abgerissen werden können. Nur so kann der ÖPNV seine Entlastungsfunktion wieder voll übernehmen.“

Wegen der baulichen Verschlechterung der Hochstraße konzentriert die Ludwigshafener Stadtverwaltung mittlerweile ihre Anstrengungen auf einen baldigen Neubau. „Das ist die sinnvollste Lösung. Wir wollen eine neue Brücke ohne Schnickschnack“, meinte die Oberbürgermeisterin. Die Bemühungen, eine planerische Beschleunigung für die wichtige Verkehrsader in der Metropolregion Rhein-Neckar zu erreichen, seien bislang nicht erfolgreich gewesen. „Wir haben bisher keine Ausnahme von einem normalen Planfeststellungsverfahren erreicht.“ Der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) werde aber in Berlin weiter in dieser Angelegenheit vorstellig.

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