Metropolregion

Höhepunkt im Südwesten in den Morgenstunden erwartet

Der Deutsche Wetterdienst hat für Sonntagabend eine Warnung vor starken Orkanböen für die Region Rhein-Neckar herausgegeben. Es werden Orkanböen mit bis zu 120 Stundenkilometern erwartet. Wir begleiten die Entwicklung von "Sabine" im Südwesten.

Die Situation am Montagmorgen

In einem aktuellen Beitrag stellen wir im Tagesverlauf eine Bilanz der Sturmschäden für Sie zusammen. Den neuen Artikel können Sie hier lesen.

RNV rechnet mit Beeinträchtigungen 

Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) stellt sich aufgrund des Orkantiefs „Sabine“ auf Einschränkungen im Straßenbahnverkehr in der Region ein. Insbesondere die Überlandlinien 4/4a, 5 und 9 Express können davon betroffen sein, teilte das Verkehrsunternehmen mit. Außerdem rechnet die RNV auch auf den Heidelberger Buslinien 30 und 39 mit Schwierigkeiten im Bereich Königstuhl. Das Verkehrsunternehmen bittet Fahrgäste schon jetzt, sich auf Verspätungen und Fahrtausfälle einzustellen. Dies gelte vor allem für den morgendlichen Berufsverkehr am Montag.

Ruhe vor dem Sturm bei Mannheimer Feuerwehr

Die Feuerwehr Mannheim rechnet derzeit damit, dass "uns die Sturmspitze mitten in den Nachtstunden erreicht", so Ralph Rudolph vom Führungsdienst. Die Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr seien vorgewarnt und hätten untereinander schon die Besetzung der Fahrzeuge geklärt, vorsorglich auf die Wachen gerufen, werde aber niemand.

Besorgte Mannheimer Bürger

Im Laufe des Tages gab es Anrufe mehrerer besorgter Bürger, wie sie sich auf den Orkan einstellen sollen. Die Feuerwehr empfahl, lose Teile oder leicht bewegliche Gegenstände von Balkonen zu entfernen oder zu sichern, "was eben dem gesunden Menschenverstand entspricht".

Höhepunkt in den Morgenstunden erwartet

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet den Höhepunkt des Orkantiefs im Südwesten in den frühen Morgenstunden. Ab 18 Uhr soll Sabine langsam aber sicher die Region erreichen. Mehr dazu im Video des DWD.

Mannheim: Keine Winterlichter im Luisenpark

Der Luisenpark und der Herzogenriedpark in Mannheim werden heute ab 16.30 Uhr gesperrt. Die Park-Leitung reagiert damit auf die Sturmwarnung. Das Festival "Winterlichter" fällt heute aus. "Wir werden Vorkehrungen treffen, damit an den Lichtobjekten keine Schäden entstehen", kündigt Rocco Mule, der stellvertretende Geschäftsführer der Stadtpark-Gesellschaft, dem "MM" auf Anfrage an. Für das Festival "Winterlichter" sind derzeit 4000 Scheinwerfer, zahlreiche Beamer, Projektoren und Lichtskulpturen im Luisenpark verteilt.

Mannheim: Unterricht an mehreren Schulen fällt aus

Das Lessing-Gymnasium lässt den Unterricht am Montag ausfallen. Das hat die Schule auf ihrer Internetseite mitgeteilt. Die derzeit ums Gebäude stehenden Baugerüste seien ein erhebliches Sicherheitsrisiko, so die Schule. Außer am Lessing-Gymnasium wurde auch an der Tulla-Realschule der Unterricht für Montag abgesagt, weil das Gebäude in der Tullastraße - wie das Lessing-Gymnasium - derzeit wegen Sanierungsarbeiten von einem Baugerüst umgeben ist.

Auch an der Werner-von-Siemens-Schule sowie der Carl-Benz-Schule fällt der Unterricht am Montag aus, wie der Schulleiter am Abend mitteilt. Damit wolle man jede Gefährdung der Schülerinnen und Schüler durch die Gerüstbauten in den Eingangsbereichen und auf den Zugangswegen der Einrichtungen ausschließen.  

Auch Schulen in der Region sagen Unterricht wegen des Orkans ab

Das Sturmtief „Sabine“ beschert auch vielen Pfälzer Schülern einen freien Montag. So haben das Paul von Denis Schulzentrum mit Realschule und Gymnasium sowie die Grundschule Nord den Unterricht aufgrund der aktuellen Sturmwarnung abgesagt. Die Schulleitungen hätten sich aus Sicherheitsgründen dazu entschlossen. Eine Notbetreuung werde aber eingerichtet.

Auch einige Schulleitungen im Kreis Bergstraße haben beschlossen, dass der Unterricht ausfällt. Die Betreuung der Kinder zur Schulzeit und während der Betreuungszeiten ist nach Angaben des Kreises dennoch gesichert. Stand Sonntag, 17 Uhr, betrifft der Schulausfall folgende Einrichtungen: 

  • Absteinach: Steinachtalschule
  • Bensheim: Altes Kurfürstliches Gymnasium, Geschwister-Scholl-Schule, Goethe-Gymnasium, Grundschule in den Kappesgärten, Hemsbergschule, Karl-Kübel-Schule, Liebfrauenschule, Märkerwaldschule, Schlossbergschule, Seebergschule
  • Birkenau: Langenbergschule, Sonnenuhrenschule
  • Bürstadt: Erich Kästner-Schule
  • Fürth: Heinrich-Böll-Schule
  • Gorxheimertal: Daumbergschule
  • Grasellenbach: Ulfenbachtalschule
  • Heppenheim: An allen Schulen in Heppenheim entfällt der reguläre Unterricht.
  • Lampertheim: Alfred-Delp-Schule, Elisabeth-Selbert-Schule, Lessing-Gymnasium, Nibelungenschule, Seehofschule
  • Lindenfels: Carl-Orff-Schule
  • Lorsch: Werner-von-Siemens-Schule
  • Mörlenbach: Seebergschule
  • Rimbach: Martin-Luther-Schule, Waldhufenschule
  • Wald-Michelbach: Adam-Karrillon-Schule, Eugen-Bachmann-Schule, Grundschule Schimmeldewog, Überwald-Gymnasium

Mehrere Schulen der Region verweisen außerdem auf ihren Internetseiten auf eine Meldung der Landeskultusministerien hin: Demnach können die Erziehungsberechtigten entscheiden, ob der Schulweg trotz Sturmböen für die Kinder zumutbar ist. Sollte dies nicht der Fall sein, kann der Schüler vom Unterricht befreit werde. Die Schule muss darüber informiert werden.

Rhein-Neckar: Die Vorbereitungen laufen

Die Einsatzkräfte in Mannheim richten sich derweil auf den Sturm ein.  "Wir beobachten die Wetterlage aufmerksam", so Ralph Rudolph vom Führungsdienst der Berufsfeuerwehr. Nach derzeitigem Stand rechne man aber in Mannheim "eher mit einer geringeren Heftigkeit", doch könne sich diese Einschätzung im Lauf des Tages ändern. Die Leitstelle frage daher schon einmal bei den Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr ab, wie viele Kräfte im Notfall zur Verfügung stehen. Am Mittag war nicht vorgesehen, Ehrenamtliche bereits auf die Wachen zu beordern. Dies könne sich aber bis zum Abend ändern.

Das Technische Hilfswerk (THW) hat nach den Worten der Ortsbeauftragten Nicole Dudziak "unsere Kettenmotorsägen nochmal durchgecheckt, Ersatzketten bereitgelegt und die  Helfer entsprechend gebrieft, dass was kommen könnte heute Nacht".  Einen Voralarm gibt es aber nicht, alle Helfer sind per Piepser erreichbar. "Die Unterkunft ist sturmsicher gemacht, jetzt heißt es abwarten", so Dudziak.

Ludwigshafen: Wildpark und Friedhöfe schließen

Die Stadt Ludwigshafen warnt vor dem Betreten der öffentlichen  Grünanlagen. Wie die Stadt mitteilte, gilt die Warnung bereits ab Sonntag um die Mittagszeit. Der Wildpark Rheingönheim und die Friedhöfe bleiben vorsorglich geschlossen.

"Wir appellieren an die Vernunft der Bürger*innen, dieser Warnung Folge zu leisten. Es ist zwar noch nicht genau absehbar, welche Auswirkungen das Orkantief bei uns haben wird, aber wir halten es für erforderlich, zum Schutz der Menschen in der Stadt diese Maßnahmen zu treffen", so Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck und Beigeordneter Andreas Schwarz.

Region: Die Wetterlage

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für Sonntagabend eine Warnung vor starken Orkanböen für die Region Rhein-Neckar herausgegeben. Wie der Dienst mitteilte, gilt die Warnung von Sonntagabend 20 Uhr bis Montag 10 Uhr für Ludwigshafen, Mannheim und den Rhein-Neckar-Kreis.

Ab Sonntagabend soll das Sturmfeld eines Orkantiefs über der Nordsee Deutschland erfassen. Verbreitet werden Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis zu 100 Stundenkilometern erwartet. In Verbindung mit Gewittern seien in der Nacht zu Montag Orkanböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern wahrscheinlich. Die stärksten Böen werden zwischen 4 und 5 Uhr und von 10 bis 12 Uhr am Montag erwartet: "Vor allem dann muss mit Verkehrsbehinderungen gerechnet werden", so der Sprecher des DWD. Zudem sei es bedeckt, teils mit gewittrigem Regen. Erste Ausläufer von "Sabine" sind an der Nordsee laut DWD schon am Sonntagvormittag zu spüren.

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