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Hundeattacke in Leimen: 16- und 22-Jähriger in Untersuchungshaft

Archivartikel

Leimen/Heidelberg.Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heidelberg sind Haftbefehle gegen einen 16-jährigen Jugendlichen und einen 22-jährigen Mann, beide wohnhaft in Leimen, wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung erlassen worden. Die beiden Beschuldigten stehen im dringenden Verdacht, am Pfingstmontag, 10. Juni, gegen 20 Uhr, in Leimen gemeinschaftlich den Entschluss gefasst zu haben, ihre nicht angeleinten und ohne Maulkorb geführten American Staffordshire Terrier einem 15-Jährigen hinterhergehetzt zu haben (wir berichteten).

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilten, trafen die Beschuldigten im Feldbereich zwischen Leimen und Heidelberg trafen auf den 15-Jährigen und dessen drei Begleiter, die teilweise mit Fahrrädern den Feldweg befuhren. Aus einiger Entfernung baten die Jugendlichen die ihnen bekannten Beschuldigten, die Hunde festzuhalten. Dem kamen der 16-Jährige und er 22-Jährige zunächst nach.

Beim Vorbeifahren äußerte der 15-Jährige gegenüber der Hündin, welche an Ostern 2019 bereits versucht hatte ihn zu beißen, dass sie ihn jetzt nicht angreifen könne. Hierauf sollen die beiden Beschuldigten die Hunde losgelassen haben, wobei der 16-Jährige diese mit Worten zusätzlich scharf gemacht haben soll. Die Beschuldigten sollen nach Angaben der Staatsanwaltschaft  zumindest billigend in Kauf genommen haben, dass der 15-Jährige von den Hunden attackiert und verletzt würde.

Die Hunde setzten dem 15-Jährigen auf dem Fahrrad nach und zogen ihn durch Bisse in die Hose vom Fahrrad. Als der Geschädigte zu Boden gegangen war, erfolgten massive Angriffe beider Hunde. Erst nach einiger Zeit gelang es dem 16-Jährigen und dem 22-Jährigen, die Hunde von ihrem Opfer zu trennen, indem sie mit den mitgeführten Leinen auf sie einschlugen.

Der 15-Jährige erlitt durch den Angriff der Hunde schwerwiegende, teilweise entstellende Gesichtsverletzungen.

Die Wohnungen der beiden Verdächtigen wurden am Montagmorgen durchsucht. Der Jugendliche und der Erwachsene wurden aufgrund der bestehenden Haftbefehle festgenommen. Der 16-Jährige wurde nach der Haftvorführung bei der Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Heidelberg in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Der Haftbefehl gegen den 22-jährigen Tatverdächtigen wurde gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Halter der Hunde ist der 21-jährige Bruder des 16-jährigen Beschuldigten. Gegen den Hundehalter wird gesondert wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung ermittelt.

Die Hunde wurden in ein Tierheim eingeliefert. Über die Zukunft der Hunde muss noch entschieden werden. Beiden Tieren wurden unter Betäubung DNA-Proben genommen, die Auswerteergebnisse stehen noch aus.

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