Metropolregion

Neuerscheinung Arnim Töpel hat fünften „Kommissar Günda“-Krimi geschrieben / Zwei neue Hörbücher im MP 3-Format erschienen

„Ich hasse es, mir Morde auszudenken“

Rhein-Neckar.Ein Krimi ganz ohne Leiche und Aufklärungsarbeit? Mit „Männas!“ gibt Autor Arnim Töpel seinen Lesern trotzdem Rätsel auf. Gerade ist dieser fünfte „Kommissar Günda“-Roman erschienen. Gleichzeitig gibt es den dritten und vierten Krimi – „Fagrumbelung“ und „Die Luddarisch Brick“ – nun als Hörbücher im MP 3-Format.

Ob’s eine Fortsetzung geben wird oder der Ermittler nun in Rente geht – das vermag auch der Autor selbst noch nicht mit Bestimmtheit zu sagen. Ausgangspunkt der kurzweiligen Erzählung ist die Bewerbung der frei erfundenen Gemeinde „Glickersbach“ um eine Auszeichnung als Fahrradstadt. Die damit verbundene Ausweitung des Radwegnetzes löst Kritik aus im Ort. „Das Personal ist das gleiche“, verweist Töpel darauf, dass „Männas!“ eine weitere Episode aus dem Leben von Kommissar Günda und seinem Assistenten Fritjof Freese erzählt. Nur wird kein Verbrechen aufgeklärt, sondern vielmehr verhindert – so viel darf vorab verraten werden. „Ich hasse es, mir Morde auszudenken“, erklärt Töpel, dass dieser Krimi ganz ohne Leiche auskommt. „Im Fernsehen haben wir ohnehin schon viel zu viel davon“, sieht der feinsinnige Künstler auch eine Art medialer Übersättigung an Gewalt und blutigen Details gegeben.

Radthema bot sich an

Dass 200 Jahre, nachdem Karl von Drais seine Laufmaschine erfand, das Fahrrad-Thema so zentral in seinem Krimi auftaucht, liegt vor allem an der Biografie, die Töpel gerade über den einstigen Radsport-Profi Günter Haritz schrieb. „Ich war im Rad-Thema drin“, sagt der in Walldorf lebende Autor, der sich zum Schreiben wieder einige Tage an die Nordsee zurückzog.

Wenn in diesem 230-Seiten-Krimi kein Mord erzählt wird, wovon handelt er dann? „,Männas!’ ist wieder eine Milieustudie, ich mag es sehr, Typen herauszuarbeiten“, beschreibt Töpel. Und er fügt hinzu: „Es geht um Männer – und um Konflikte.“ Aufgeschrieben hat der in Berlin und der Kurpfalz sozialisierte Künstler seine Geschichte wieder in einer Mischung aus Hochdeutsch und Mundart. „Männas!“ leitet im hiesigen Sprachgebrauch oft einen Appell ein – etwa: Männas, los geht’s! Welchen Aufruf transportiert Töpels neues Buch? „Es ist ein Appell zu mehr Gelassenheit. Heute ist vieles so übermäßig aufgeregt“, erklärt er.