Metropolregion

Fastenzeit Wie es Prominente aus der Region mit Verzicht und Ernährung während der kommenden Wochen halten

„Ich schaffe es zeitlich nicht“

Rhein-Neckar.Die einen lassen das Auto stehen, die anderen das Handy liegen, und mancher verzichtet auf „geistige Getränke“: Die Vorsätze für die Fastenzeit sind vielfältig und drehen sich nicht mehr allein um Ernährung und Gebet. Der „Mannheimer Morgen“ hat Prominente aus der Metropolregion gefragt, was sie sich für die Tage zwischen Aschermittwoch und Ostern vorgenommen haben.

Karl Heinz Wiesemann: Soweit wie möglich auf Alkohol verzichten: So lautet das Motto des Speyerer Bischofs für die Fastenzeit. Der 58-Jährige will nach Angaben eines Bistumssprechers außerdem intensiver beten.

Karl A. Lamers: Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Heidelberg will bestimmte Flüssigkeiten nicht anrühren. „Ich werde in der Fastenzeit keinen Alkohol trinken“, verrät der 68-Jährige. Das sei aber „ein durchaus verschmerzbarer Verzicht, da ich ohnehin nicht viel Alkohol zu mir nehme“.

Bülent Ceylan: Für den Comedian ist das Fasten ebenfalls ein Thema, wenn auch in abgespeckter Form. „Karfreitag gibt es nur Fisch“, so der 43-Jährige gegenüber dieser Zeitung. „Ansonsten hab ich grad ‘ne Diät hinter mir, ein Monat ohne Nutella!“

Harald Glööckler: Für Modedesigner Harald Glööckler aus Kirchheim an der Weinstraße ist mit dem Start der Fastenzeit kein Einschnitt verbunden. „Ich faste nicht, da ich mich das ganze Jahr bewusst ernähre“, so der 53-Jährige. In seinem Fall wäre das Fasten sogar „eher kontraproduktiv, da ich einen gezielten Ernährungsplan verfolge“.

Hans Herbert von Arnim: Auch für den Speyerer Verfassungsrechtler geht es wie gewohnt weiter. „Ich faste nicht nur in der Fastenzeit, sondern leider auch sonst – um das Gewicht zu halten“, verrät der 79-Jährige, der deshalb nach eigenen Angaben auch Sport treibt. Viele Dinge könne er der schlanken Linie wegen nicht mehr essen. „Das Fasten ist leider eine Dauerangelegenheit.“

Bettina Bürklin von Guradze: Die Weingut-Chefin hält das Fasten für „eine tolle Idee“, kommt nach eigenen Angaben aber nicht dazu. „Als Winzer ist es mit dem Fasten immer schwierig, zumindest mit dem Weinfasten“, so die 58-Jährige. Außerdem fehle ihr im Alltag die Muße dazu. „Ich bin in einem 24-Stunden-Job“, so die Unternehmerin, die auch Mutter und Großmutter ist. „Ich schaffe es einfach zeitlich nicht.“

Michael „Kosho“ Koschorreck: Für den Söhne-Mannheims-Gitarristen (57) hat Enthaltsamkeit nichts mit dem Datum zu tun. „Ich faste nicht im religiösen Sinne oder an irgendwelche Zeiten gebunden“, sagt er. „Aber wenn mir danach ist, verzichte ich immer wieder mal auf Alkohol. Oder lasse das Mittagessen aus und warte, bis ich richtig Hunger bekomme.“

Martin Scharff: Für den 55-jährigen Heidelberger Sternekoch ist Fasten kein Thema. Er beschäftige sich das ganze Jahr über mit gesunder Ernährung, „aber ich bin nicht der, der den Körper geißelt und ihm bis Ostern Dinge entzieht“, sagt der Chef von Scharffs Schlossweinstube im Heidelberger Schloss. In seinem Job sei das nicht einfach, denn da müsse man eine gewisse Leistungsfähigkeit abrufen können. „Wenn man fastet, ist die Leistungsfähigkeit nicht so, wie wenn man nicht fastet“, meint Scharff. Er trinkt nach eigenen Angaben wenig Alkohol und setzt mitunter mal für zwei Wochen ganz damit aus. Das habe aber nichts mit der Jahreszeit zu tun. Auch trinke er seit 30 Jahren keinen Kaffee und habe nie geraucht. „Weil ich die klassischen Laster nicht habe, kann ich auch auf das Fasten verzichten.“