Metropolregion

Coronavirus Erste Bewohner in Neuhofener und Speyerer Senioreneinrichtung immunisiert

Impfungen laufen in der Pfalz langsam an

Archivartikel

Speyer/Ludwigshafen.Impfstart im Corona-Hotspot Speyer: Im „Seniorenheim am Adenauerpark“ haben am Montag die ersten Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Heimleiterin Franziska Heidweiler sprach vor laufender Kamera von einem „Schritt zurück zur Normalität“. Glücklicherweise habe sich bislang niemand im Heim mit dem Virus infiziert. In der Domstadt hatte die Sieben-Tage-Inzidenz zeitweise bei 502 gelegen – am gestrigen Montag war der Wert nach Angaben des Landesuntersuchungsamtes auf 197,3 gesunken.

> Überblick: Coronavirus - so viele Fälle sind in der Metropolregion Rhein-Neckar bekannt
> Dossier Corona: Hintergründe, Infografiken, Berichte zur Entwicklung der Pandemie in Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen und der Metropolregion
> Nichts verpassen: Verschärfter Lockdown, Impfungen, milliardenschwere Wirtschaftshilfen – alle Entwicklungen zum Coronavirus: Jetzt 30 Tage gratis E-Paper und Morgenweb lesen

Unmut regt sich in Speyer derweil, was die Anzahl der mobilen Impfteams betrifft, die vom Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) koordiniert werden. „Bislang ist nur ein Team für den ,Großraum’ zuständig. Wobei wir nicht wissen, ob sich das auf Speyer und Umgebung oder auf Ludwigshafen und das Umland bezieht“, sagt Stadtsprecherin Lisa Eschenbach. Deshalb wolle Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler die Unterstützung des Speyerer DRK-Ortsverbandes anbieten. „Wenn die Helfer von hier mitarbeiten, ginge alles schneller.“

Hoher Dokumentationsaufwand

Den Auftakt der Impfungen im Rhein-Pfalz-Kreis – dessen Gesundheitsamt auch für Speyer, Ludwigshafen und Frankenthal zuständig ist – machte das „Pro Seniore“-Heim in Neuhofen. Hier seien Bewohner und Mitarbeiter am Sonntag mit dem Vakzin versorgt worden.

Wann das Impfzentrum in Schifferstadt den Betrieb aufnimmt, ist nach Angaben von Kreis-Sprecherin Kornelia Barnewald offen: „Aus logistischen Gründen ist der Impfstoff dort noch nicht angekommen.“ Was allerdings keine große Rolle spielt, da man sich ohnehin derzeit nicht für einen Impftermin registrieren kann: „Die Software für die Onlineanmeldung läuft nicht optimal.“ Damit sei wohl kommende Woche zu rechnen. „Weil alle Menschen zweimal geimpft werden müssen, ist es wichtig, dass das System verlässlich funktioniert, so dass niemand den zweiten Termin versäumt.“ Ansonsten sei man in Schifferstadt startklar.

Allerdings rechnet Barnewald mit Verzögerungen bei den Impfungen in den Seniorenheimen. „Dort müssen überall noch die Formalien abgeklärt werden. Das ist ein enormer Dokumentationsaufwand.“ Schließlich müsse jeder Heimbewohner sein Einverständnis erklären, ehe man ihn impfen könne. „Demente Menschen können das aber nicht, deshalb müssen die Angehörigen oder der Vormund angeschrieben werden.“ Da der Rhein-Pfalz-Kreis von Bobenheim-Roxheim bis Römerberg reicht und in jedem Ort Pflegeeinrichtungen liegen, müsse einiges an Zeit eingeplant werden. Und da das Land die mobilen Impf-Teams steuere, habe man keinen Einfluss darauf, wie viele Trupps letztlich unterwegs sind.

Im Landkreis Germersheim ist bislang noch nicht geimpft worden. Nach Angaben von Landrat Fritz Brechtel (CDU) hätten die Heime noch keine Impfbereitschaft signalisiert. Zunächst müssten die vom Land verschickten Unterlagen ausgefüllt zurück nach Mainz, ehe es grünes Licht für die Impfstofflieferung gebe. 

Zum Thema