Metropolregion

Internet-Betrüger locken mit Jobs als "Paketagent"

Archivartikel

Wer ein Jobangebot als „Paketagent“ bekommt, sollte die Finger davon lassen – zumindest empfiehlt das die Polizei. Sie warnt vor Betrügern, die auf Online-Jobbörsen einen vermeintlich lukrativen Nebenjob als „Paketagent“ anbieten.

Die Tätigkeit soll darin bestehen, ein Paket anzunehmen, neu zu etikettieren und weiterzuschicken. Für die Tätigkeit werden hohe Vergütungen zwischen 20 und 25 Euro pro Paket versprochen. Was der „Arbeitgeber“ aber verschweigt: Meistens befinden sich in den Päckchen über das Internet betrügerisch erlangte Waren. Diese werden unter falschen Identitäten und mit widerrechtlich erlangten Kreditkartennummern oder „gehackten“ Konten des Online-Bezahldienstes „Paypal“ bestellt.

Der Empfänger, also der „Paketagent“, leitet die Ware dann ahnungslos weiter ins Ausland oder an den nächsten „Agenten“. Auf diese Weise werde die Spur zu den Haupttätern verschleiert, der „Paketagent“ mache sich zum Geldwäscher - und strafbar, wenn er Verdacht schöpft und sich nicht gleich an die Polizei wendet.  Neben einem Strafverfahren wegen Geldwäsche, Betrugs und Beihilfe zu diversen weiteren Straftaten werde er zudem meist nicht vom "Arbeitgeber" entlohnt.

In Mannheim sind derzeit zwei Fälle bekannt: Ein Rentner nahm insgesamt 20 Pakete in zwei Monaten an und leitete diese ins Ausland weiter. Es entstand Schaden in Höhe von etwa 8000 Euro. Die Polizei ermittelt gegen den Mann. Eine in Mannheim wohnende Studentin nahm in einem Monat fast 30 Pakete an. Auch sie leitete sie entsprechend weiter. Die geschädigten Firmen machen nun einen Schaden von 9000 Euro geltend.

Die Polizei warnt ausdrücklich davor, ein solches Jobangebot anzunehmen. Hinweise nehmen die Beamten unter der Rufnummer 0621 174 1212 entgegen. (mica)