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Justiz Experten entscheiden nach Beißvorfall in Leimen

Kampfhunde eingeschläfert

Archivartikel

Heidelberg/Leimen.Die beiden Kampfhunde aus Leimen, die an Pfingstmontag 2019 in einem Feld bei Leimen einen Jungen lebensgefährlich verletzt haben, sind am 20. August eingeschläfert worden. Das hat ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Heidelberg dieser Redaktion bestätigt.

Das Heidelberger Landgericht hatte rund ein Jahr nach dem Vorfall drei junge Männer wegen schwerer und gefährlicher Körperverletzung verurteilt: Der 17-jährige Haupttäter, der mit den beiden jungen Vierbeinern seines Bruders ohne Leine und Maulkorb in St. Ilgen spazieren ging, erhielt eine Jugendstrafe von zweieinhalb Jahren.

Revision verworfen

Die beiden anderen, fünf Jahre älteren Angeklagten – darunter der Hundebesitzer – kommen wegen fahrlässiger Körperverletzung mit einem Jahr Freiheitsstrafe davon, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die zwei Verurteilten hatten Revision angestrengt, die inzwischen vom Bundesgerichtshof als unbegründet verworfen wurde.

Damit waren der Rüde und die Hündin, die als „American Bullis“ gekauft worden waren, und bei der Attacke auf einen 15-Jährigen elf Monate alt waren, keine Beweismittel mehr. Der Junge hatte schwere Verletzungen im Gesicht, am Hals und am Rücken davongetragen. Der Hundebesitzer hätte die Vierbeiner auf gar keinen Fall seinem minderjährigen Bruder anvertrauen dürfen. Außerdem hatten die Tiere bis zu einer abgelegten Wesensprüfung Maulkorb- und Leinenpflicht.

Eine Ethikkommission mit Mitgliedern der Polizeihundestaffel und des Kreisveterinäramtes habe sich mit dem Schicksal der beiden Hunde, die seit fast anderthalb Jahren im Heidelberger Tierheim lebten, befasst und Ende Juli die Empfehlung gegeben, die Tiere einzuschläfern, bestätigte der Behördensprecher weiter. Am Vormittag des 20. August sei die Empfehlung umgesetzt worden. 

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