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Fahrtrichtung Süden

Karlsruhe: Beifahrer stirbt bei Lastwagenunfall am Stauende auf A 5

Archivartikel

Karlsruhe.Wieder ein tödlicher Unfall am Stauende vor einer Baustelle auf der A5 bei Karlsruhe. Der 59 Jahre alte Beifahrer eines Kleinlasters starb, nachdem am Mittwochmorgen ein Lastwagen aufgefahren war und das Fahrzeug gegen einen Lastzug gedrückt hatte. Der 43 Jahre alte Fahrer des stark zerstörten Transporters erlitt schwerste Verletzungen, wie die Polizei mitteilte. Der 44 Jahre alte Unfallverursacher kam mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus. Es bildeten sich lange Staus, auch auf der A8 aus Richtung Stuttgart. Erst am Mittag war die Unfallstelle geräumt, die Polizei gab zwei Fahrstreifen wieder frei.

Der Unfall passierte in Fahrtrichtung Süden zwischen dem Dreieck Karlsruhe und der Anschlussstelle Ettlingen. Zwischen Karlsruhe und Rastatt wird seit Juni auf etwa zehn Kilometern Länge die Fahrbahndecke erneuert. Vor der Baustelle bilden sich oft Staus. Ende Juni war dort ein Reisebus mit einer Seniorengruppe an Bord auf einen Mülltransporter aufgefahren. Eine Frau starb, 31 Menschen wurden verletzt.

In der Baustelle oder im Stau davor kommt es nach Angaben der Polizei häufig, aber nicht jeden Tag zu Unfällen. Aus Sicherheitsgründen beginne bereits einen Kilometer vor der Baustelle ein Überholverbot für Lastwagen, nicht wie sonst üblich 400 Meter davor. Auf der A5 und auf der A8 (Stuttgart-Karlsruhe) wurden mobile Stauwarnanlagen installiert, die den Verkehr automatisch erfassen und je nach Lage entweder "Gefahrstelle" und "Staugefahr" oder "Stau" anzeigen.

Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) nannte Baustellen grundsätzlich eine schwierige Situation. Dort kommt es häufig zu Unfällen, wenn die Leute sich nicht an die Regeln halten und zu schnell fahren, wie er sagte. In diesem Fall habe der Lkw-Fahrer offensichtlich übersehen, dass dort ein Stau ist. "Dafür wollen wir den Bremsassistenten einführen, und zwar verpflichtend." Eine entsprechende Bundesratsinitiative sei bereits durch. Diese müsse jetzt umgesetzt werden.

Der ADAC empfiehlt Autofahrern, am Stauende mehrere Wagenlängen Abstand zu halten. Das könne bei einem Unfall davor schützen, gegen ein bereits stehendes Fahrzeug gedrückt zu werden. Die wichtigste Forderung des Automobilclubs sei in diesem Zusammenhang die verpflichtende europaweite Einführung eines Notbremsassistenten für Lastwagen, der bis zum Stillstand abbremse, sagte der Leiter Verkehr und Technik beim ADAC Nordbaden, Thomas Hätty.

Aus Sicht des ADAC ist es nötig, Lastwagenfahrer stärker zu kontrollieren und Verstöße zu bestrafen. Das gelte für die Lenk- und Ruhezeiten, aber auch für Telefonieren und die Benutzung eines Smartphones oder Tablets, Kaffee kochen, Lesen oder Körperpflege während der Fahrt. Die Polizei sei auf der A5 zwar mit einem Wohnmobil zu Kontrollfahrten unterwegs. Angesichts des Zeitbedarfs von etwa einer Stunde pro Kontrolle und einem Aufkommen von 23 000 Lastwagen pro Tag auf der Strecke sei das Risiko für Fahrer, erwischt zu werden, allerdings sehr gering, sagte Hätty.