Metropolregion

Bildung Junge Menschen sehnen sich nach anderem Unterricht / Tagung in Speyer

„Keinen Bock auf Schule“

Archivartikel

Speyer.Mehr Beteiligung und eine Abkehr vom Frontalunterricht sind Forderungen auf der Landeskonferenz der Schülerinnen und Schüler (LSK) in Speyer: Bis Sonntag diskutieren die mehr als 60 Delegierten über das Leitthema „Kein Bock auf Schule, Du? – Bildung ist keine Selbstverständlichkeit!“

Der Blick auf die Situation von Kindern und Jugendlichen in anderen Teilen der Welt zeige, dass Bildung ein Privileg sei, erklärt Tobias Zorn vom Vorstand der Landesvertretung für Schüler in Rheinland-Pfalz (LSV). Gleichzeitig mache die verbreitete Unlust am Schulunterricht in Rheinland-Pfalz deutlich, dass sich etwas ändern müsse: „Unsere Zielvorstellung von Schule sieht ganz anders aus, als es jetzt ist.“ In der Einladung heißt es: „Schule – das bedeutet für viele besonders eins: Stress und Druck. Hunderttausende Schüler wachen jeden Morgen auf und müssen erneut ihre Motivation zusammenkratzen.“

Die Schülervertreter wenden sich gegen den herkömmlichen Frontalunterricht mit einem vor der Klasse stehenden Lehrer: „Wir sehnen uns nach anderen Unterrichtsformen“, sagt Zorn, der in Trier gerade mitten in der Abiturprüfung ist. „Schüler bilden den größten Teil von Schule, haben aber das kleinste Mitspracherecht“, kritisiert Zorn mit Blick auf die beiden Lehrer und Eltern. „Meist gibt die Schulleitung etwas vor, und dann wird es so gemacht.“

Die Mainzer Bildungsministerin Stefanie Hubig kündigt an, dass in einem neuen Schulgesetz – das 2018 dem Ministerrat vorgelegt werden soll – die Schülerrechte gestärkt werden. „Wir wollen, dass Schüler ihr Schulleben stärker mitgestalten können.“ lrs