Metropolregion

Prozessauftakt

Kiloweise Drogen verkauft

Frankenthal.Wegen Drogenhandels müssen sich seit Montag vier Männer vor dem Landgericht Frankenthal verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht davon, dass sich drei 26 bis 30 Jahre alte Angeklagte zu einer Bande zusammengeschlossen haben, um sich mit dem Verkauf von Rauschgift eine dauerhafte Einnahmequelle zu sichern. Der vierte Mann - ein 28-Jähriger aus Edenkoben - soll der Hauptkunde des Trios sein. Laut Anklage diente ein Anwesen in Lambrecht als „Drogen-Laden“. Im Angebot seien Cannabis, Kokain, Amphetamin sowie verschiedene Sorten Marihuana gewesen. Als Kopf der Bande gilt ein 28-Jähriger aus Lambrecht, der laut Staatsanwaltschaft für die Beschaffung zuständig war, den Vertrieb organisiert hat und die Schlüsselgewalt über das Rauschgiftlager besaß, das hinter Badezimmerfliesen in einem Anbau des Anwesens versteckt war. Zunächst seien alle Rauschgiftgeschäfte über den Lambrechter Shop  abgewickelt worden, nach einer Durchsuchungsaktion der Polizei habe die Bande ihr „Geschäftsmodell“ aber geändert, um den Publikumsverkehr zu reduzieren. So seien nur noch die Großkunden direkt in dem Anbau mit Ware versorgt worden. Derweil habe ein Mitglied der Truppe die Bestellungen der Kleinabnehmer auf der Straße eingesammelt und die Ware ausgeliefert. 
Bei einer Bestellung des 28 Jahre alten Hauptkunden aus Edenkoben war später ein Kurierfahrer in eine Verkehrskontrolle geraten und hatte auf der Flucht vor der Polizei Drogen im Wert von 1500 aus dem Fenster geworfen, die von den Beamten sichergestellt wurden. Der Fahrer muss sich in einem anderen Verfahren verantworten. 
Insgesamt soll sich der gewerbsmäßige Drogenhandel von Anfang 2019 bis April 2020 erstreckt haben. Drei der Angeklagten sitzen in Untersuchungshaft, der vierte - der nicht vorbestraft ist - befindet sich auf freiem Fuß. Die Angeklagten haben sich am Montag weder zur Person noch zur Sache eingelassen. Zudem rügten einige Verteidiger die Verhandlungssituation in Saal 20 in Zeiten der Corona-Pandemie. Im größten Verhandlungssaal des Landgericht befanden sich zum Prozessauftakt 46 Menschen. Nun soll über eine andere Sitzordnung nachgedacht werden, die die beengten Verhältnisse entschärfen könnte